Mehr Abfall, weniger Ertrag

Der Verein für Abfallentsorgung (VfA), zu dem auch Wildhaus-Alt St. Johann gehört, hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie einbrechender Energiepreise ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Kennzahlen wurden am Donnerstag bekanntgegeben.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
189 000 Tonnen Abfall wurden 2015 in der KVA Buchs thermisch verwertet, 11 000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. (Bild: Heini Schwendener)

189 000 Tonnen Abfall wurden 2015 in der KVA Buchs thermisch verwertet, 11 000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. (Bild: Heini Schwendener)

REGION. Erfolgreich war das Jahr 2015 für den Verein für Abfallentsorgung (VfA) trotz weiter verschlechterter Rahmenbedingungen. Dabei fallen insbesondere die stark eingebrochenen Energiepreise und der Frankenschock ins Gewicht. Im vergangenen Jahr musste der Dampfpreis gegenüber den beiden Abnehmern (Hilcona AG, Herbert Ospelt Anstalt) um rund 10 Prozent gesenkt werden. Zudem sank der Preis für den Stromverkauf.

Mehr Fernwärme verkauft

Vereinspräsident Guido Germann konnte kürzlich an der Delegiertenversammlung (DV) des VfA aber auch Erfreuliches berichten. Ein Teil der Einbussen konnte nämlich durch den zusätzlichen Verkauf von Fernwärme infolge der Netzerweiterung in Grabs und wegen des kalten Winters kompensiert werden.

Insgesamt konnte ein Cashflow von 8 Millionen Franken erwirtschaftet werden, mehr als budgetiert, aber 3,6 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Der Ertragsüberschuss 2015 in der Höhe von 800 000 Franken wird für zusätzliche Abschreibungen verwendet. Somit beträgt das Anlagevermögen des VfA noch 17,9 Millionen Franken.

Grosse Investitionen

Einmal mehr hat der Verein auch im vergangenen Jahr gross investiert: 5,4 Millionen Franken für den Ausbau des Fernwärmenetzes in Grabs und den Ferndampfanschluss der Milchhof AG in Schaan. 2015 hat sich die Zahl der Fernwärmebezüger um 80 auf nunmehr 1027 erhöht (+8,4 Prozent zum Vorjahr). Der Gesamtanschlusswert beläuft sich auf 63 822 kW (+4,9 Prozent zum Vorjahr).

Präsident ist zuversichtlich

227 000 Tonnen Abfall wurden 2015 beim VfA angeliefert (+4000 Tonnen). 189 000 Tonnen davon wurden thermisch verwertet in der KVA Buchs. Die Annahme der Abfälle brachte einen Ertrag von 21,8 Millionen Franken, das sind 1 Million Franken weniger als 2014. Dieser Ertragsrückgang ist gemäss dem Bericht des VfA-Präsidenten Guido Germann auf die niedrigen Annahme- beziehungsweise Marktpreise bei den Abfällen von Dritten zurückzuführen. Auf dieses Jahr wurden wegen des Marktumfeldes die Annahmepreise für die Trägergemeinden des VfA von 140 Franken pro Tonne auf 130 Franken gesenkt. Das ergibt einen jährlichen Ertragsrückgang von 400 000 Franken.

Aus dem Verkauf von Wärme, Dampf und Strom wurde ein Ertrag von 15,7 Millionen Franken erzielt (–1,4 Millionen Franken). Das entspricht 39,8 Prozent des gesamten Ertrages. Germann zeigt sich in seinem Jahresbericht trotz dieser düsteren Wolken zuversichtlich. Dies aus drei Gründen: Der VfA habe sich frühzeitig verschiedene Standbeine aufgebaut (Fernwärme, Dampf, Strom), er habe seine Investitionen von 400 Millionen Franken fast vollständig abgeschrieben, und er werde auch künftig jedes Jahr rund 13 bis 14 Millionen Franken für den Unterhalt seiner Anlagen aufwenden. Germann verdankte an der DV den grossen Einsatz der VfA-Mitarbeitenden.