MEDIZIN: Wenn die Prostata für Beschwerden sorgt

Rund ums Thema einer vergrösserten Prostata hat am Donnerstag der Urologe der Spitalregion Fürstenland Toggenburg ­informiert. Der rege und persönliche Austausch mit dem Publikum hat erahnen lassen, wie stark die Thematik interessiert und beschäftigt.

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Konstantin Ebauer, Leitender Arzt Urologie am Spital Wattwil. (Bild: PD)

Konstantin Ebauer, Leitender Arzt Urologie am Spital Wattwil. (Bild: PD)

Auch der Mann erlebt mit zunehmendem Alter «Wechseljahre»: Seine Geschlechtsdrüse, die Prostata, im jungen Alter so gross wie eine Rosskastanie, wächst. Dieser Vorgang, der oft genetisch bedingt ist, ist gutartig – kann aber zu Beschwerden führen. Weil sie wie ein Ventil zwischen Harnblase und Harnröhre sitzt, kann die vergrösserte Prostata zu Abflussproblemen führen oder zu Harntrieb, der vor allem nachts zu vermehrten Toilettengängen führt. Eine Thematik, die interessiert, wie sich am öffentlichen Vortrag der Spitalregion Fürstenland Toggenburg vom Donnerstagabend im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) zeigte. Konstantin Ebauer, Leitender Arzt Urologie, führte in verständlicher und bildhafter Sprache vor gut 50 interessierten Männern und Frauen durch sein Referat mit dem Titel «Was tun, wenn die Prostata wächst?».

Medikamentöse und operative Behandlung

Der Facharzt, der im Spital Wattwil sowohl Sprechstunden als auch operative Eingriffe durchführt, belichtete in seinem Vortrag Beschwerden, Diagnose und Behandlung. Dabei zeigte er im Speziellen die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten auf. Bei milden bis mittelschweren Beschwerden könnten sich Verhaltensänderungen im Trinkzeitpunkt oder in der Reduktion von koffeinhaltigen Getränken positiv auswirken. Auch eine Phytotherapie, also die Einnahme von pflanzlichen Heilmitteln wie Kürbiskernen und Brennnessel hätten bei Reizbeschwerden eine Milderung der Beschwerden zur Folge. Nicht zuletzt erzielten Prostatamedikamente eine ausreichende Wirkung. Bei schweren Beschwerden einschliesslich einer Blasenentleerungsstörung, so Konstantin Ebauer, würde sich eine operative Verkleinerung der Prostata anbieten. Es sind zahlreiche Methoden etabliert, wobei die transurethrale Technik, also Operation durch die Harnröhre, Goldstandard geniesse. Bei dieser wird das Prostatagewebe abgetragen. Der Urologe hob hervor, dass sich diese Methode ­damals wie heute bewähre, sie jedoch nicht für einen Eingriff bei Prostatakrebs gelte.

Regelmässige Arztbesuche

Dass der Prostatakrebs beschäftigt, zeigte sich in der anschliessenden Fragerunde. Es wurde rege diskutiert, wobei die teils auf persönlichen Erfahrungen beruhenden Fragen seitens des Publikums deutlich machten, dass das Interesse an der Thematik gross ist.

Dem Facharzt Urologie gelang es, Klarheit zu schaffen und bei Fragen den Anwesenden Empfehlungen abzugeben. Konstantin Ebauer empfahl eindringlich, regelmässig einen Facharzt aufzusuchen, so dass jedes Anliegen individuell untersucht werden könne und auch eine Früherkennung bei Prostatakrebs möglich sei. (pd)