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«Medaillengarantien gibt es nicht»

Nicolas Pracht vom TV Appenzell ist einer der erfolgreichsten jungen Mittelstreckenläufer der Schweiz. Zur Saisonhälfte spricht er über Erfolge, Träume und das anstrengende Leben als Nachwuchssportler.
Yann Lengacher
Nicolas Pracht mit seinen Lieblingsmedaillen, darunter Bronze von der Hallen-Schweizer-Meisterschaft. (Bild: Yann Lengacher)

Nicolas Pracht mit seinen Lieblingsmedaillen, darunter Bronze von der Hallen-Schweizer-Meisterschaft. (Bild: Yann Lengacher)

Etwas abseits vom Appenzeller Dorfkern befindet sich das Haus der Familie Pracht. Umringt von Hügeln und in eine Wiese eingebettet. Nachdem die Klingel ertönt, öffnet Nicolas Pracht die Tür. Obwohl er gerade von der Arbeit kommt, ist er locker drauf. Auch die Tatsache, dass er nach dem Interview noch ins Training muss, scheint ihn nicht zu stressen. Freundlich schüttelt er die Hand und bietet ein Glas Wasser an. Nicolas Pracht unterscheidet sich kaum von einem anderen 18-Jährigen. Der Sportler vom TV Appenzell ist aber einer der besten unter 20-jährigen Mittelstreckenläufer der Schweiz. Im Februar gewann er an der Hallen-Schweizer-Meisterschaft über die 800 Meter sogar Bronze bei den Aktiven.

Nicolas, bald beginnen für Sie die Freiluft-Wettkämpfe. Wo treten Sie als nächstes an?

Im Mai geht es erstmals nach Pliezhausen (D) und Langenthal für Vorbereitungswettkämpfe. Im Juni folgen dann die wichtigeren Wettbewerbe. Dort gäbe es allenfalls eine EM-Limite zu knacken. Das ist aber relativ schwierig, die Limite wurde nochmals tiefer angesetzt.

Welche Wettkämpfe sind für Sie die Höhepunkte?

Mein Saison-Highlight werden die Schweizer Meisterschaften der Aktiven im August und der Junioren im September sein. Da ist es immer schön, starten zu dürfen.

2018 sind Sie bei den Aktiven im 800-Meter-Rennen in der Vorrunde ausgeschieden. Gelingt dieses Jahr die Finalqualifikation?

Ob ich das schaffe, hängt auch davon ab, in welcher Serie ich in der Vorrunde starte und gegen welche Konkurrenten ich antrete. Mal hat man dabei mehr, mal weniger Glück. Aber ein Ziel ist es, ja.

An der Junioren-SM in Winterthur sind Sie einer der Favoriten. Hier laufen Sie um Medaillen.

Ja, das Ziel ist schon eine Medaille. Aber garantieren kann man auch hier nichts. Da kann eine Verletzung dazwischen kommen, ein neuer Athlet vorne rein laufen oder ein taktischer Fehler passieren. Aber schön wäre es definitiv.

Erfolge kommen nicht von alleine. Wie viele Stunden pro Woche trainieren Sie?

Ich schätze, das sind etwa zehn bis zwölf Stunden, bei sechs Trainingseinheiten. In dieser Zeit mache ich Dauerläufe, Intervalle, Kraftübungen und Stretching.

Sie absolvieren neben dem Sport eine Lehre zum Hochbauzeichner. Sind die Tage für Sie nicht unglaublich streng?

Dass ich eine Lehre in St. Gallen mache und nicht ans Gymnasium gehe, ist sportlich gesehen vielleicht ein Nachteil. Persönlich finde ich die Lehre als Hochbauzeichner ziemlich anstrengend mit dem Training. Man muss schauen, dass man da zu seiner Freizeit kommt.

In Ihrem Alter beschäftigen sich viele in der Freizeit mit Partys, statt mit Training. Haben Sie nie das Gefühl, etwas zu verpassen?

Ich bin nicht der Typ, der wahnsinnig gerne mit vielen Leuten in den Ausgang geht. Da chille ich lieber mit meinen Freunden zu Hause und geniesse die Zeit mit ihnen. Oder ich gehe ins Kino, und etwas feines Essen. Für solche Sachen finde ich meistens Zeit.

Würden Sie nochmals den gleichen Weg einschlagen?

Ich bin in den Sport etwas reingerutscht, aber so wie es jetzt ist gefällt es mir. Es ist mir wichtig, dass der Sport Spass macht und kein Zwang ist.

Welcher Kindheitstraum geht in Ihrer Karriere im Idealfall in Erfüllung?

Langfristig gesehen eine EM-Qualifikation. Der absolute Traum wäre eine Olympia- oder WM-Teilnahme, aber davon träumt jeder Sportler.

An der Hallen-SM in St. Gallen konnten Sie bei den Aktiven Bronze über 800 Meter gewinnen. Eine Woche später holten Sie bei den unter 20-Jährigen in Magglingen den Vizetitel im 1000-Meter-Rennen. Welches ist Ihre Lieblingsdisziplin?

Der 800-Meter-Lauf ist meine Paradedisziplin, die ich am liebsten mag. Es gibt Wettkämpfe, an denen ich über 400 Meter antrete, um meine Geschwindigkeit zu testen, auch das macht Spass. Seltener nehme ich an 1500-Meter-Läufen teil.

An der Hallen-SM in St. Gallen liefen sie im 800-Meter-Lauf eine Zeit von 1:55:50. Wie viel Zeit können Sie in dieser Disziplin noch von der Uhr nehmen?

Eine Traumzeit wäre über diese Distanz 1:45, das wäre eine Olympiaqualifikation. Wenn ich aber mit 25 Jahren eine 47er-Zeit laufe, wäre das schon sehr cool. Solche Leistungen schafft man nicht alleine, Trainingspartner, Eltern und Trainer haben da ihren Anteil.

Als wie gut schätzen Sie sich selbst schon ein?

Das ist schwierig zu sagen.

Worin können Sie sich sportlich noch verbessern?

Verbesserungspotenzial gibt es immer, auch bei den Besten. Vielleicht könnte ich im Training konzentrierter sein, so liesse sich viel herausholen. Und mehr für die Erholung tun. Mal in die Massage gehen, mehr schlafen und mich noch besser ernähren.

Ihre Ernährung finden Sie verbesserungswürdig?

Ja, zu oft gibt es noch etwas Süsses zwischendurch.

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