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Maximal noch zwei bis drei Jahre

Martin Breitenmoser ist seit gestern neuer Innerrhoder Grossratspräsident. Für ihn steht fest: Die Strukturen im Kanton müssen sich ändern. Auch punkto Kritikkultur hat er Anliegen ans Parlament. Er selbst bleibt nicht mehr ewig Grossrat.
Roger Fuchs
Martin Breitenmoser hofft auf einen Gegenvorschlag des Parlaments zur Einzelinitiative, die eine Kantonalisierung der Bezirke im Inneren Land will. (Bild: rf)

Martin Breitenmoser hofft auf einen Gegenvorschlag des Parlaments zur Einzelinitiative, die eine Kantonalisierung der Bezirke im Inneren Land will. (Bild: rf)

APPENZELL. Demut – dieses Wort fällt im Gespräch mit dem neuen Innerrhoder Grossratspräsidenten Martin Breitenmoser mehrfach. Die Bibel nennt der gläubige Christ einen wichtigen Wegweiser. «Ich will ein Diener sein und mich von Überheblichkeiten distanzieren. Das heisst aber nicht, dass ich Dinge, die mir quer liegen, nicht anspreche.»

Geduld hat der Neugewählte nach eigenen Angaben gelernt, als er 1986 nach Appenzell zurückkehrte, um hier die neueröffnete Dropa-Drogerie zu übernehmen. Das erste halbe Jahr sei schlecht gelaufen. Später haben sich Martin Breitenmoser und sein Team auf eigens hergestellte Naturheilmittel spezialisiert und auch den Schönheitsbereich ausgebaut. Mit Erfolg. Vor zwei Jahren verkaufte er das Geschäft an eine langjährige Mitarbeiterin.

Gleichzeitig mit Bischofberger

Aufgewachsen ist Martin Breitenmoser zusammen mit vier Geschwistern in einer Metzgerei. Seinen Bruder Sepp kennt die Öffentlichkeit seit Jahren als Verwaltungsratspräsidenten der Metzgerei Breitenmoser und des Hofs Weissbad und als einen, der regelmässig im Rampenlicht steht, während Martin Breitenmoser die zweite Reihe bevorzugt. Er wolle sich auch nicht vordrängen, wenn im kommenden Dezember Ständerat Ivo Bischofberger für ein Jahr zum Präsidenten der kleinen Kammer gewählt werde. «Ich freue mich aber, dass wir im gleichen Jahr die Präsidien innehaben», sagt Breitenmoser. Auf seine Nachfrage hin wurde im Grossen Rat in der letztjährigen Budgetdebatte bekannt, dass der Kanton für die Feier des Ständeratspräsidenten 50 000 Franken reserviert hat. «Das finde ich nicht überrissen», sagt Martin Breitenmoser.

Das Leben von Martin Breitenmoser ist auch ohne eigenes Geschäft ausgefüllt. Zum einen gibt er Verkaufsschulungen in der Dropa AG, zum anderen wirkt er seit zwei Jahren als Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Appenzell und als Präsident des Handballvereins. Als aktiver Handballer habe er ebenfalls einst von engagierten Vorstandsmitgliedern profitiert, nun könne er etwas zurückgeben. Hinzu kommt sein Engagement im Grossen Rat, dem er seit zehn Jahren angehört. «Mehr als nochmals zwei, drei Jahre werde ich sicher nicht machen», sagt er.

Vor dem Jahr als Präsident zeigt er, der politisch dem Gewerbe nahe steht, grossen Respekt. Vom Parlament würde er erwarten, dass dieses einen besseren Umgang mit sachlicher Kritik einübt und diese nicht persönlich genommen wird. Auch wenn Journalisten zuhören, soll offen diskutiert werden. Am liebsten so, wie er dies einst als Richter im Bezirksgericht erlebt habe, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit sehr frei diskutiere.

Unmögliche Grenzziehung

Erneut viel zu reden geben wird im Hinblick auf die Landsgemeinde 2017 die Kantonsstruktur. Eine Einzelinitiative fordert eine Kantonalisierung der Bezirke im Inneren Land. Für Breitenmoser steht ebenfalls fest, dass sich der Kanton wandeln muss. «Wir haben eine unmögliche Grenzziehung der Bezirke, und auch deren Aufgaben und Autonomie sind nicht mit anderen Gemeinden vergleichbar.» Breitenmoser bevorzugt jedoch einen Verbleib bei der Zweistufigkeit und wünscht sich demnach einen einzigen Bezirk Inneres Land und einen Bezirk Oberegg. «Meine Hoffnung ist, dass der Grosse Rat einen Gegenvorschlag in diese Richtung macht», sagt der neue Grossratspräsident und lässt vom Balkon aus seinen Blick über die Dächer Appenzells schweifen.

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