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Maultiere gehen wie Pferde und ziehen wie Ochsen

WILDHAUS-ALT ST. JOHANN. Ab der Sommersaison 2015 werden die Lebensmittel für den täglichen Gebrauch durch eine Materialtransportbahn von der Thurwis oberhalb Unterwasser zum Berggasthaus Rotsteinpass hinauftransportiert.
Christiana Sutter

WILDHAUS-ALT ST. JOHANN. Ab der Sommersaison 2015 werden die Lebensmittel für den täglichen Gebrauch durch eine Materialtransportbahn von der Thurwis oberhalb Unterwasser zum Berggasthaus Rotsteinpass hinauftransportiert. Die Bauarbeiten für die Bergstation sowie den Fundamenten für die Masten sind seit einigen Wochen im Gange.

Das Berggasthaus Rotsteinpass ist bis anhin die einzige Wirtschaft im Alpstein, die weder eine Transportbahn noch eine Zufahrtsstrasse hat. Von 1934 bis 1999 war das Säumen fast die einzige Möglichkeit, Lebensmittel von Wasserauen zum Berggasthaus Rotsteinpass zu transportieren. Die eingesetzten Maultiere (auch Mulis genannt, sind eine Kreuzung von Pferd und Esel) sind wegen der schmalen Hufe besonders trittsicher. Die Eigenschaft, lange Märsche mit schwerem Gewicht auf dem Rücken durchzustehen, machte die Mulis zum perfekten Transportmittel auf den steinigen und steilen Wegen des Alpsteins. Der Aufstieg zum Rotsteinpass dauerte rund vier Stunden, der Abstieg etwas länger. Albert Wyss senior aus Weissbad, der aktuelle Bergwirt, säumte nach Abschluss der Lehre für seinen Vater Albert, welcher bereits als Zehnjähriger gesäumt hat. Als der jetzige Bergwirt 1987 das Berggasthaus übernahm, stellte er während der Sommerzeit einen Vollzeitsäumer ein. Jedes der beiden Mulis konnte mit maximal 150 Kilo beladen werden. Obwohl die Säumer mit ihren Mulis eine Attraktion waren, wurde das Säumen 1999 eingestellt. Die beiden Mulis geniessen jetzt ihre Pension. Schon in den 70er-Jahren wurde teilweise Lebensmittel mit dem Helikopter auf den Rotsteinpass transportiert. In 40 bis 60 Flügen pro Saison werden von der Thurwis aus 800 bis 900 Kilo Lebensmittel auf den Rotsteinpass geflogen. Das Helikopterfliegen ist allerdings sehr wetterabhängig. Daher transportiert der Bergwirt ab und zu frische Lebensmittel mit der Motorkarre von der Alp Wees hinauf zum Rotsteinpass, «oder Bekannte bringen uns über den Lysengrat vom Säntis her Lebensmittel im Rucksack mit.»

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