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Maturaarbeit, die Spass bereitet

Ob ein eigenes Musical oder ein Musikvideo – dieses Jahr entstanden besonders viele zeitaufwendige Maturaarbeiten. Dass dies ein neuer Trend sein könnte, glaubt Musiklehrer Max Aeberli nicht. Dies komme auf die jeweiligen Schüler an, meint er.
Laura Mäder

WATTWIL. «Viele Schüler denken, dass kreative Arbeiten einfach zu machen sind und man am Schluss sowieso eine gute Note kriegt. Aber das stimmt nicht. Ich weiss nicht, wie viele Stunden ich in mein Projekt investiert habe», sagt Sophie Gilch aus Wattwil. Die 19-Jährige schrieb für ihre Maturaarbeit einen Song und drehte anschliessend in Eigenregie ein Musikvideo dazu. «Für mich war es wichtig, eine praktische Arbeit zu machen. Und mit der Maturaarbeit konnte ich gleich mehrere meiner Interessen wie Musik, Schauspiel und Komponieren miteinander verbinden.» Doch der Zeitaufwand, den die Schülerin in ihr Projekt investierte, war enorm: «Mit der Kreativität ist es so eine Sache. Manchmal fehlt sie einfach und man kann gar nichts machen. Und dann arbeitet man wieder bis tief in die Nacht, weil man gerade eine gute Phase hat», sagt Sophie Gilch lachend.

Blockaden kommen vor

Dieses Problem kennt auch Rahel Frei aus Mogelsberg, die für die Maturaarbeit drei verschiedene Songs komponierte und textete. «Ich hatte gleich zu Beginn eine Schreibblockade und kam einfach nicht vorwärts. Irgendwann klappte es dann aber.» Die 18-Jährige legte bei ihren Liedern grossen Wert auf die Texte. «Ich finde, dass es heute so viele Partylieder gibt, die nicht tiefgründig sind. Das wollte ich bei meinen Songs besser machen.» Gerade deshalb war Rahel Frei sehr kritisch mit sich selber. «Ich änderte so oft Textpassage oder Akkorde bis mir ein Song wirklich gefiel», sagt sie.

Vom Alltag inspiriert

Inspirieren liess sich die Schülerin vom Alltag und eigenen Erlebnissen. «Eines der Lieder - ein Liebeslied - entstand, als ich die Beziehung meiner besten Kollegin beobachtete. Manchmal kamen die Ideen aber auch einfach im Unterricht», meint sie augenzwinkernd.

Zeitaufwand unterschätzt

Auch die beiden Nesslauerinnen Fanny Urech und Marlene Burlet investierten viel Zeit in ihr gemeinsames Maturaprojekt, nämlich ein komplett selbstgeschriebenes Musical. Während Marlene Burlet das Drehbuch verfasste und die Regie übernahm, komponierte und textete Fanny Urech passend dazu zwölf verschiedene Lieder. «Es war schon extrem viel Arbeit und manchmal hatte ich auch echt Angst, dass wir es nicht schaffen», gibt die 18jährige Marlene Burlet zu. Und auch ihre gleichaltrige Kollegin Fanny Urech sagt: «Wir waren uns schon bewusst, dass es sehr aufwendig wird, aber wenn man so was zum ersten Mal macht, kann man die Arbeit am Anfang schlecht einschätzen.» Doch trotz Zeitaufwand und Stress, würden die beiden immer wieder eine solche Arbeit wählen. «Man ist ohnehin so lange mit der Maturaarbeit beschäftigt, da wollten wir einfach etwas machen, was uns auch Spass macht und bei dem wir uns weiterentwickeln können», sagt Fanny Urech

Eigenes Produkt erschaffen

Das bestätigt auch Max Aeberli. Als Musiklehrer der Kantonsschule Wattwil betreut er immer wieder solche aufwendigen Maturaarbeiten und ist sich sicher: «Mit der Maturaarbeit bekommt man die Möglichkeit etwas anzupacken, was man schon immer wollte. Das nutzen viele Schüler.» Ausserdem würden sie es schätzen, am Schluss ein eigenes Produkt erschaffen zu haben.

Dass es dieses Jahr besonders viele solcher Maturaarbeiten gibt, kann Max Aeberli bestätigen. Einen steigenden Trend sieht er aber nicht: «Ich denke, es ist Zufall, dass es dieses Mal so viele gibt. Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und kommt sehr auf die jeweiligen Schüler an.» Viele liessen sich auch von älteren Maturaarbeiten inspirieren.

Spass sollte dazugehören

Das war auch bei Rahel Frei der Fall. «Letztes Jahr hat jemand extra eine Band gegründet und eigene Songs eingeübt, die sie dann bei der Maturapräsentation vorspielten. Das hat mir sehr imponiert.» Auch Sophie Gilch nickt zustimmend. «Wenn man sieht, was andere schon auf die Beine gestellt haben, weiss man, dass es nicht unmöglich ist. Das gab mir dann auch Mut, so ein Projekt anzugehen.» Auch wenn sie selber viel Zeit investiert hat, will sie andere Arbeiten nicht abwerten.

«Es ist doch eigentlich egal, was man für eine Maturaarbeit schreibt. Das Wichtigste ist, dass man Spass hat. Und ich hoffe einfach, dass jeder das machen konnte, was er wirklich wollte.»

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