Maskentanz

«Schon war es zu spät. Das Zimmer füllte sich mit einem wilden Maskenhaufen, und es war eine Unmöglichkeit geworden, den umdrängten Ausgang zu gewinnen. Auch dachte XY nicht mehr daran.

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«Schon war es zu spät. Das Zimmer füllte sich mit einem wilden Maskenhaufen, und es war eine Unmöglichkeit geworden, den umdrängten Ausgang zu gewinnen. Auch dachte XY nicht mehr daran. Er war versunken in die wunderbare, wie von zerstörenden inneren Flammen beleuchtete Schönheit seiner Braut und führte sie, dem Maskenspiel in der Mitte des Gemaches Raum gebend, in eine Fensternische. Doch das den Zug anführende Bärenungeheuer mit den Wappen der drei Bünde auf der Brust schritt schwerfällig auf ihn zu, streckte, ihm auf den Leib rückend, die rechte Tatze aus und begann mit brummender Stimme: Ich bin die Respublica der drei Bünde und begehre mit meinem Helden ein Tänzlein zu tun!»

Da ich davon ausgehe, dass Brosmeten überwiegend von einer Leserschaft in reiferem Alter gelesen werden, kann ich auch annehmen, dass manche das oben Zitierte noch kennen und also auch sogleich XY durch einen Namen, der gleichzeitig der Titel der Geschichte ist, ersetzen können. Und dass vielleicht sogar ein Bild vor dem inneren Auge aufsteigt, das Bild eines blutigen Endes.

Gabriele Barbey