«Masken, Tänze, Schellenklang»: Ein Buch mit vielen Facetten

Mit «Masken, Tänze, Schellenklang – Ausdrucks- und Gestaltungsformen im Brauch des Silvesterchlausens» hat Werner Meier ein Buch herausgegeben, das das Brauchtum nicht erklärt, sondern leben lässt.

Markus Fässler
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Mystische Klänge: Werner Meier und Paul Giger (rechts) erklären die Bilder im Buch «Masken, Tänze, Schellenklang – Ausdrucks- und Gestaltungsformen im Brauch des Silvesterchlausens» musikalisch. (Bild: Markus Fässler)

Mystische Klänge: Werner Meier und Paul Giger (rechts) erklären die Bilder im Buch «Masken, Tänze, Schellenklang – Ausdrucks- und Gestaltungsformen im Brauch des Silvesterchlausens» musikalisch. (Bild: Markus Fässler)

Stein. Der Andrang am Mittwochabend war enorm: Am Eingang zum Ausstellungsraum des Appenzeller Volkskunde-Museums in Stein bildete sich eine Menschenschlange. Niemand der über 100 Besucherinnen und Besucher der Vernissage des Buches «Masken, Tänze, Schellenklang – Ausdrucks- und Gestaltungsformen im Brauch des Silvesterchlausens» von Werner Meier wollte es sich entgehen lassen, den Herausgeber persönlich zu begrüssen.

Er habe schon gedacht, dass einige Leute kommen, aber ob der Anzahl sei er doch ein bisschen erstaunt, gar überwältigt, sagte Werner Meier nach der Vernissage.

Langer Prozess im voraus

«Masken, Tänze, Schellenklang» ist nicht einfach nur ein Brauchtumsbuch, sondern zugleich auch ein Kunst- und Ethnobuch. Ein Kunstbuch deshalb, weil jedes Bild darin den Anspruch erfüllt, für sich alleine zu bestehen.

Dem 56seitigen Buch ging ein langer Prozess voraus. Die Idee trug Werner Meier schon länger in seinem Kopf herum. Der passionierte Silvesterchlaus wollte das Chlausen an sich und die Begegnungen mit den Menschen einfangen. «Das war die Schwierigkeit, denn das Silvesterchlausen klingt hauptsächlich», so der gebürtige Steiner. Darstellungen über das Brauchtum gibt es bereits einige, viele bewegen sich allerdings an der Oberfläche.

«Ich wollte das Brauchtum von innen darstellen», sagte Meier, der heute in Trogen wohnhaft ist, weiter.

Keine Vernissage – ein Fest

So ist «Masken, Tänze, Schellenklang» kein dokumentarisches Buch, sondern vereint Facetten dichter Momente. Für seine Bilder verwendete Meier verschiedenste Maltechniken. Es entstand zum einen eine reine Bleistiftzeichnung, zum anderen ging der 54-Jährige mit Aquarell-, Öl- oder verdünnter Dispersionsfarbe ans Werk.

«Die Bilder entstanden nicht an einem Tag, sondern lagen zwischendurch auch tagelang herum», so Meier. Die Technik ordnete er seiner Absicht, die hinter den entstehenden Bildern stand, unter. Als das Projekt stand, ging der Arbeitsprozess zügig voran. Er sei sich gar nicht sicher gewesen, ob das Buch auf Termin fertig werde – es wurde. «Dies sogar früher als geplant», sagte Marcel Steiner, Verleger des Appenzeller Verlags. Für Werner Meier war es am Mittwochabend keine Vernissage im eigentlichen Sinn.

«Es ist ein kleines Fest.»

Die Bilder mit Musik erklärt

Einen festlichen Charakter erhielt der Abend zudem durch den Auftritt der Chlausengruppe Stein. Sie traf zwar wenig verspätet ein – «aber das ist nun mal so mit den Silvesterchläusen. Man weiss nie genau, wann sie kommen», so Meier –, überraschte dafür nach ihrem ersten Auftritt mit einem zweiten, indem sie verkleidet und mit Schellen behangen Werner Meier und die Gäste unterhielt.

Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgten Werner Meier an den Rollen und Paul Giger an der Violine. Sie versuchten drei Bilder musikalisch zu erklären. Es entstanden mystische, beinahe aus einer anderen Welt stammende Klänge, die die geheimnisvolle Faszination des Silvesterchlausens perfekt trafen und beschrieben.

«Masken, Tänze, Schellenklang – Ausdrucks- und Gestaltungsformen im Brauch des Silvesterchlausens» von Werner Meier ist beim Appenzeller Verlag erhältlich. ISBN: 978-3-85882-539-1.

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