Masinas letztes Musical

Niemand kann zurzeit genau sagen, wie es mit den «Schuelegoofe vo Appezöll» weitergeht. Mit Hanspeter Masina tritt im Sommer der zweite von vier Gründervätern ab. Die verbleibenden zwei Mitinitianten sind vorsichtig optimistisch.

Roger Fuchs
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Im aktuellen Musical der «Schuelegoofe» wird die Geschichte von Mogli erzählt. Das Menschenkind fühlt sich im Urwald richtig wohl. (Bilder: rf)

Im aktuellen Musical der «Schuelegoofe» wird die Geschichte von Mogli erzählt. Das Menschenkind fühlt sich im Urwald richtig wohl. (Bilder: rf)

APPENZELL. «Toi, toi, toi» wünscht Lehrer Hanspeter Masina den Schülern, die ihn als Techniker unterstützen. Gleichzeitig stehen hinter dem Vorhang in der Aula Gringel die «Schuelegoofe vo Appezöll» bereit. Zum Abschluss der Primarschulzeit führen sie das Musical «Das Dschungelbuch» auf. Zuschauerinnen und Zuschauer begegnen Freunden und Feinden des im Dschungel aufgewachsenen Menschenkinds Mogli. Eine Dreiviertelstunde später kann Masina aufatmen. Die Vorstellung vor anderen Schulkindern hat geklappt. Heute und morgen wird das Stück der Öffentlichkeit gezeigt.

Zwei von vier Gründervätern

Für Hanspeter Masina ist es das letzte Musical, das er als Lehrer mitbetreut. Im Sommer wird er pensioniert. Er ist der zweite abtretende Mitbegründer der sogenannten «Schuelegoofe vo Appezöll». Bereits 2008 wechselte Daniel Bösch die Stelle. Sein Nachfolger Stefan Zimmermann hat sich seither ebenso engagiert, zieht nun aber erneut weiter. Es verbleiben die zwei Gründerväter Hans Sollberger und Stephan Streule. Sie hoffen, dass sich auch Zimmermanns Nachfolgerin für das Projekt «Schuelegoofe» begeistern lässt. «Vieles ist im Moment allerdings im Ungewissen», bringt es Sollberger auf den Punkt. Fraglich sei demnach auch, ob man das Label «Schuelegoofe vo Appezöll», mit dem man schweizweit Bekanntheit erlangte, beibehalte. Stephan Streule verspricht zumindest so viel: «Irgendetwas werden wir auch in zwei Jahren wieder machen. Ob Musical, CD oder Theater ist aber offen.»

Den Zusammenhalt gefördert

Das Projekt «Schuelegoofe» startete offiziell vor zwanzig Jahren. Nebst Fernsehauftritten und der Produktion von Tonträgern war es Tradition, dass die Schülerinnen und Schüler mit den genannten Lehrern alle zwei Jahre zum Abschluss der Primarschulzeit ein Musical einstudierten. «Hanspeter Masina war ein Allrounder», würdigt ihn Stephan Streule. Hans Sollberger lobt derweil Masinas musikalische Stärke und weist darauf hin, wie sie sich alle mit dem Projekt und der Schule von Appenzell identifiziert hätten. Würden Projekte wie die «Schuelegoofe» sterben, ginge viel verloren – vordergründig nennt er den Zusammenhalt, den solche Projekte förderten. Hanspeter Masina erinnert sich daran, wie sie 2002 für einmal auf das Musical verzichtet hatten. Grund: Seitens der Behörde wurde moniert, sie würden zu viel Zeit für die «Schuelegoofe» und die Musicals aufwenden. Eltern und Kinder reagierten auf den Ausfall und so wurde das Projekt wieder aufgenommen.

Es ist der Lauf der Zeit

Selbst wenn das Label «Schuelegoofe vo Appezöll» bleiben würde, so steht bereits heute fest: Weitere Veränderungen sind absehbar. In zwei Jahren wird auch Hans Sollberger pensioniert, in acht Jahren Stephan Streule. «Der Vergangenheit nachzutrauern, macht keinen Sinn», sagt Sollberger. Veränderungen gehörten zum Lauf der Zeit.

Vorerst gilt nun die Konzentration dem «Dschungelbuch». «Wegen des Kantonalschützenfestes mussten wir das Musical vom Juni auf den Mai vorverlegen», sagt Masina. Dann richtet er den Blick auf die Hebel auf dem Mischpult. Der gute Ton liegt in seinen Händen.

Musical «Das Dschungelbuch» in der Aula Gringel: Heute, 15.30 und 19.30 Uhr; morgen 14 und 19.30 Uhr.

Hanspeter Masina Einer von vier Mitinitianten der «Schuelegoofe vo Appezöll»

Hanspeter Masina Einer von vier Mitinitianten der «Schuelegoofe vo Appezöll»