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Deutlich mehr Masern-Fälle in der Schweiz: Innerrhoden rät zum zweiten Stich

Anfang Jahr gab es im Kanton St.Gallen mehrere Masernfälle. Die Krankheit ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. In Innerrhoden sind viele lediglich mit einer ersten Dosis geimpft.
Katharina Brenner
Der Kanton Appenzell Innerrhoden empfiehlt, den Impfstatus zu überprüfen. (Archivbild: Susann Basler)

Der Kanton Appenzell Innerrhoden empfiehlt, den Impfstatus zu überprüfen. (Archivbild: Susann Basler)

Für die beiden Kinder aus dem Rheintal war es noch einmal glimpflich ausgegangen. 21 Tage durften sie keine Schule besuchen. Es bestand der Verdacht, dass sie sich in Liechtenstein mit Masern angesteckt hatten.

Aktuell gibt es in der Ostschweiz keine Masernfälle. Dennoch fragt das Innerrhoder Gesundheitsamt in einer Mitteilung:

«Kennen Sie Ihren Impfstatus?»

Viele Innerrhoderinnen und Innerrhoder seien lediglich mit einer Dosis geimpft worden. Das Amt empfiehlt der Bevölkerung daher, «den Impfstatus anhand des Impfbüchleins und im Bedarfsfall in Rücksprache mit der Hausärztin oder dem Hausarzt zu überprüfen und sich gegen Masern vollständig impfen zu lassen». Für einen ausreichenden Schutz sind zwei Dosen notwendig.

«Personen, die bereits eine Dosis erhalten haben, wird unabhängig vom Alter nur noch eine zweite Dosis verabreicht», sagt Mathias Cajochen, Departementssekretär beim Innerrhoder Gesundheitsamt. Falls eine frühere Masern-Mumps-Röteln-Impfung mit dem Impfstoff Triviraten durchgeführt wurde, sollten beide wiederholt werden.

In Asien mit Masern infiziert

Der Grund für die Empfehlung: «Masern sind auf dem Vormarsch.» 178 Fälle sind es bisher schweizweit in diesem Jahr – mehr als dreimal so viele wie im gesamten letzten Jahr. Anfang Mai vermeldete das BAG zwei Todesfälle durch Masern. Im Kanton St.Gallen erkrankten Anfang Jahr fünf Erwachsene. Zwei mussten mit einer Lungenentzündung ins Spital. Eine der Personen hatte sich in Asien mit Masern infiziert.

Die «Sonntags-Zeitung» hat kürzlich detaillierte Daten des BAG ausgewertet zu Masernerkrankungen in den letzten 30 Jahren. Eines der Ergebnisse: Innerrhoden zählte seit 1988 insgesamt 87 Masernfälle und steht damit schweizweit an dritter Stelle. Heute von einer «Masern-Hochburg» zu sprechen, wäre aber falsch. In den letzten sieben Jahren hat es in Innerrhoden keinen einzigen Fall mehr gegeben. Im Thurgau seit drei Jahren nicht mehr, in Ausserrhoden seit fünf Jahren.

Ein Grund, warum Innerrhoden das Thema nun aufgreift: die Durchimpfungsrate liegt unter dem nationalen Durchschnitt und schneidet im Ostschweizer Vergleich am schlechtesten ab. Bei den Zweijährigen liegt sie in Innerrhoden bei einer zweiten Dosis bei 84 Prozent, bei den 16-Jährigen bei 81 Prozent. Der Bund hat das Ziel, dass 95 Prozent der Bevölkerung mit zwei Dosen gegen Masern geimpft sind.

Cajochen erklärt die vergleichsweise tiefe Rate mit einer Skepsis gegenüber Impfungen. Und damit, dass Innerrhoderinnen und Innerrhoder durchschnittlich eher selten zum Arzt gingen. Auch in den Nachbarkantonen ist das Thema präsent. St.Gallen will demnächst eine Kampagne zur Masernimpfung mit eigener Homepage lancieren. Ausserrhoden plant einen ähnlichen Aufruf wie Innerrhoden: zum Blick ins Impfbuch.

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