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Marschhalt für die Windenergie

Der Ausserrhoder Regierungsrat lehnt die geplante Windenergieanlage an der Kantonsgrenze in Oberegg ab. Zudem will er die drei Ausserrhoder Standorte nicht weiterverfolgen. Stattdessen sollen Alternativen forciert werden.
Jesko Calderara
Die Windenergie könnte bis zu 15 Prozent des Ausserrhoder Stromverbrauchs decken. (Bild: Benjamin Manser)

Die Windenergie könnte bis zu 15 Prozent des Ausserrhoder Stromverbrauchs decken. (Bild: Benjamin Manser)

Der Widerstand gegen das umstrittene Windenergie-Projekt auf der Honegg bei Oberegg wird immer stärker. Geplant sind dort zwei rund 200 Meter hohe Windräder. Im Rahmen der Anhörung, bei der insgesamt 400 Beiträge eingegangen sind, hat sich die Ausserrhoder Regierung diese Woche gegen die vorgeschlagene Richtplanänderung ausgesprochen. Sie begründet ihren Entscheid mit dem intakten und identitätsstiftenden Landschaftsbild des Appenzellerlands. «Dieses ist geprägt durch die bäuerliche Kulturlandschaft, die typische, bewohnte Streusiedlung, den Alpstein als südlicher Abschluss des Kantonsgebiets sowie die vorgelagerte Hügellandschaft», sagt Regierungsrat Dölf Biasotto, Vorsteher des Departements Bau und Volkswirtschaft. Wichtig für die touristische Bedeutung sei deren Ursprünglichkeit und ausserhalb der Siedlungen das weitgehende Fehlen von baulichen Störfaktoren.

Biasotto verweist in diesem Zusammenhang auf die potenziellen Standorte für grosse Windenergieanlagen. Die windstärksten Gebiete im Appenzellerland würden auf exponierten Hügeln und Kretenzügen liegen. «Auch die Honegg zählt zu diesen empfindlichen, sehr gut einsehbaren Horizontlinien.»

Sieben potenzielle Standorte im Appenzellerland

Gegen Grosswindenergieanlagen gibt es immer wieder Bedenken und Vorbehalte, zuletzt bei der Vernehmlassung zum Energiekonzept 2017-2025 und insbesondere zu den Nachführungen 2015 des kantonalen Richtplans. Bei der Interessenabwägung habe sich der Regierungsrat jedoch nicht primär auf die Frage der Akzeptanz durch die Bevölkerung konzentriert, gibt Biasotto zu bedenken. «Aus Gründen des Landschaftsschutzes ist von der Windenergienutzung mittels Grossanlagen im Appenzellerland abzusehen.»

Das Thema hat eine längere Vorgeschichte. Die beiden Appenzeller Kantone haben seinerzeit eine Studie zur Ermittlung möglicher Standorte von Windenergieanlagen durchgeführt. Die insgesamt sieben potenziellen Standorte für Windparks sind anschliessend in den kantonalen Richtplänen zur Vororientierung aufgenommen worden. Geprüft wurden sie allerdings primär anhand der durchschnittlichen jährlichen Windgeschwindigkeiten auf die grundsätzliche Machbarkeit. Die Interessenabwägungen könnten erst später, bei Vorliegen eines konkreten Projekts vorgenommen werden, sagt Biasotto. Eine solche hat der Regierungsrat nun für das Projekt Honegg vorgenommen und dabei Aspekte wie die Landschaft, die Umwelt und den Tourismus sowie die Anliegen der Bevölkerung berücksichtigt.

Definitiver Entscheid bis Frühjahr 2019

Auf den ersten Blick erscheint diese Haltung etwas widersprüchlich, zumal im Energiekonzept 2017-2025 das Potenzial der Windenergie hervorgehoben wird. Diese könnte bis zu 15 Prozent zur Ausserrhoder Stromversorgung beitragen. Das Potenzial der Sonnenenergie ist mit rund 193 Gigawattstunden allerdings vier Mal grösser als jenes der Windkraft. Daher soll diese erneuerbare Energiequelle in erster Priorität genutzt werden. Die Beeinträchtigung von Umwelt und Landschaft durch Fotovoltaikanlagen sei deutlich geringer als bei Grosswindanlagen, sagt Biasotto.

Eines ist nach dem regierungsrätlichen Entscheid von dieser Woche klar: Grössere Windräder werden auf absehbare Zeit in Ausserrhoden keine drehen. Das Departement Bau und Volkswirtschaft verzichtet vorderhand auf weitergehende Projektstudien für die potenziellen Standorte Hochalp, Hochhamm sowie Flecken-Suruggen.

Beim geplanten Windpark in Oberegg liegt der Ball nun bei der Standeskommission und dem Grossen Rat. Sie müssten über die definitive Festlegung des Standorts Honegg im Richtplan entscheiden. Dies könnte bis Frühling 2019 erfolgen.

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