Maria und Josef zogen nach Wildhaus

Die biblische Geschichte von der Geburt Jesu ist bekannt. Der gebürtige Toggenburger Autor Frank Kauffmann verlegte die Weihnachtsgeschichte ins Toggenburg. Maria und Josef, ein Urenkel Zwinglis, machten sich auf den Weg nach Wildhaus.

Sabine Schmid
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Der gebürtige Wattwiler Frank Kauffmann verlegte das Geschehen der Weihnachtsgeschichte ins Toggenburg. (Bild: Sabine Schmid)

Der gebürtige Wattwiler Frank Kauffmann verlegte das Geschehen der Weihnachtsgeschichte ins Toggenburg. (Bild: Sabine Schmid)

TOGGENBURG. Im vergangenen Jahr schrieb Frank Kauffmann (s)eine Weihnachtsgeschichte. Er war beim Rotaryclub Toggenburg für eine Lesung seiner Dialektgeschichten eingeladen, die im Band «Mer gönd i d Badi» zusammengefasst sind. «Da diese Lesung im Dezember stattfand, wollte ich noch etwas Weihnachtliches lesen, natürlich auch in Dialekt». Daraus sei seine «Toggeburger Wienachtsgschicht» entstanden.

Inspiriert durch alte Bilder

Frank Kauffmann hat seine Geschichte in die frühe Neuzeit verlegt. Josef ist ein Urenkel des Reformators Zwingli und mit seiner Verlobten Maria auf dem Weg nach Wildhaus. Vor seinem geistigen Auge hatte der Autor Bilder aus dem Mittelalter. «In Flandern gab es viele Maler, die die Weihnachtsgeschichte in ihre Zeit und in ihr Land verlegt haben». Er habe versucht, sich ins Toggenburg der damaligen Zeit hineinzudenken, erzählt der Autor.

In einer kurzen Einleitung zeichnet Frank Kauffmann das Bühnenbild, in welcher die Weihnachtsgeschichte spielt. Dennoch lässt es dem Zuhörer oder Leser genügend Raum, um sich seine eigenen Vorstellungen zu machen. Am bekannten Ablauf der Geschichte hält Frank Kauffmann fest. Jedoch birgt sie einige Anspielungen auf die Traditionen des Toggenburgs. So singen die Engel nicht Hallelujah, sondern sind am «johle und juchze». Und um den «gwaltig Himmelsufzug» zu ergänzen, haben sie Schellen in den Händen. Übrigens, um nahe bei der Heimat zu bleiben, kommen in der Toggenburger Weihnachtsgeschichte die drei Könige nicht aus dem Morgenland, sondern aus dem Appenzellerland.

Nicht für die Schublade

Im vergangenen Jahr hat Frank Kauffmann seine Weihnachtsgeschichte am Radio gelesen. Danach habe er mehrere Anfragen erhalten, ob die Zuhörer die Geschichte bekommen könnten. «Ich habe sie ihnen gegeben, da es schade wäre, wenn sie in der Schublade verstaubt». Nun hat der Autor die Geschichte der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann angeboten, die sie auf ihre Homepage gestellt hat. Frank Kauffmann hofft, dass die Geschichte von da in die Stuben der Toggenburger findet. Und dass sie da den einen oder anderen mit ihren überraschenden Momenten zum Schmunzeln bringt.

Die Toggenburger Weihnachtsgeschichte kann unter www.wildhaus-altstjohann.ch als Textdokument oder als Podcast, gelesen von Frank Kauffmann, heruntergeladen werden.

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