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Man(n) kann auch so

Brosmete
Silvia Fritsche

Auf all meinen Pfaden vor allem in gebirgigem Gelände sind mir schon diverse Spezies von Wanderern begegnet. Da sind die frühmorgens schon nervösen, bis an die Haarspitzen in funktionelle Kleidung gehüllten, übermotivierten Wanderer, die schon beim Frühstück mit vergangenen Taten und Rekorden prahlen. Dann gibt es die alternativ Angehauchten, die selbst dann noch gemütlich drauf sind, wenn die grosse Zehe schon vorne aus dem Schuh lugt und auf dem Wegweiser noch drei Stunden Marschzeit angegeben ist. Man könnte die Liste und Beschreibungen noch ewig erweitern. Und bestimmt kennt sie jeder, die Flipflop-Träger auf dem Schnee, die Stoffschuhträger in den Felsen …

Aber in den letzten Tagen ist mir doch noch eine rare Gattung entgegengekommen. Ein Mann mit Tasche. An der Hand. Als wir auf dem Weg gleichauf waren, stellte er jene Tasche auf den Boden und meinte prustend, schwitzend und schnaufend, dass das Älter­werden nicht nur Gutes an sich habe. Verwundert betrachtete ich das Strandtaschen-Plastik-Ding im peruanischen Musterstil. Der hatte wirklich von Jacke bis Proviant alles da drin und musste es gemäss meinen Wanderberechnungen mindestens schon zwei Stunden bergauf getragen haben. Ob er nicht meine, dass Ruck­säcke ihre Berechtigungen haben? Papperlapapp, Gewicht sei Gewicht, da spiele es keine Rolle, ob es an der Hand oder auf dem ­Rücken getragen werde. Und die Tasche da könne man sogar noch anders tragen. Das entspanne dann den ganzen Körper und sei sehr empfehlenswert, belehrte er mich in gutmütigem Professorenton. Aha, da war ich mal gespannt!

So half ich ihm wenige Augen­blicke später unter seiner An­leitung die Tasche auf seinen Kopf zu laden, gab ihm seinen Wanderstock an die Hand, grüsste mit einem lautstarken «¡Adiós!» und zog weiter talwärts.

Silvia Fritsche

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