Man(n) hat's nicht leicht

Mit Charme, Witz und mitreissendem Sound begeisterten die Berner «Gielä» Les trois Suisses im Zeltainer. «Herzverbrecher» heisst ihr Musikcomedy-Programm, in dem sich alles um die Eroberung des weiblichen Geschlechts dreht.

Conny Oberholzer
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unterwasser. Liebe, Frust und Leidenschaft – kaum den Kinderschuhen entwachsen und doch noch weit entfernt vom Erwachsensein, bringen die Hormone das Blut in Wallung und das ewige Spiel zwischen Frau und Mann beginnt. In ihrem dritten Musikcomedy-Programm «Herzverbrecher» sind die drei Vollblutmusiker Pascal Dussex, Resli Burri und Thomas Baumeister in der Midlifekrise angelangt. Zeit, auf die Wirren des Liebesleben zurückzublicken und sich singend, swingend, rockend dem Mysterium zu widmen, warum es mit Frau nicht klappen will und warum Mann es trotzdem nicht lassen kann.

Alle Register gezogen

Mann hat es aber auch wirklich nicht leicht mit den Frauen: Erobert will die holde Weiblichkeit werden – in heldenhafter Art, aber sanft bitte schön. Romantisch wollen sie's haben, aber nicht zu schnulzig. Wie ein heissblütiger Latinlover soll ihr Auserwählter sein, aber unbedingt treu. Was haben Les trois Suisses auf der Bühne nicht alles versucht, um die grosse Liebe von sich zu überzeugen, oder wenigstens eine Hübsche für das schnelle Vergnügen herumzukriegen? Als argentinischer Macho, Schmuserocker oder französischer Charmeur, spielen, toben und tanzen sie durch unvergessene Songs aus Rock und Pop. Im Hintergrund laufen Videoszenen der drei Freunde bei ihrem Ferienaufenthalt in Südfrankreich, die sich nahtlos in die Comedysequenzen und ihr musikalisches Repertoire einfügen.

Dem Charme erlegen

Zu dritt schmettern sie mit einer Auswahl an Saiteninstrumenten, einem mit dem Wichtigsten ausgestatteten Schlagzeug und einem kleinen Keyboard Klassiker von den Beatles, Pink Floyd oder Aretha Franklin, als hätten sie eine vollzählige Band im Hintergrund. Zum ersten Mal sind von den Berner «Gielä» auch Eigenkompositionen zu hören.

Bei den angebeteten Damen hat's dennoch nichts genützt, beim Publikum im restlos ausverkauften Zeltainer schon. Es erlag dem Charme und Witz von Les trois Suisses, hat mitgelitten – mehr noch – mitgelacht und mitgewippt.

Erst das Thema, dann die Lieder

War selbst erlebter Herzschmerz der Auslöser für das neue Programm, bei dem Meret Matter Regie führte? «Nein», sagt Pascal Dussex und lacht. «Ausschlaggebend war, dass es zu diesem Thema unzählige Lieder zur Auswahl gibt.» Bei den Programmen «Radioshow» und «The Making of» hätten sie eine Handvoll Songs gehabt, die sie spielen wollten und suchten dann ein Thema dazu aus», erläutert Pascal Dussex. «So mussten wir die Lieder teilweise extrem <verbiegen>, bis alles zusammenpasste. Diesmal sind wir den umgekehrten Weg gegangen.»

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