Mann geehrt, Frau im Hintergrund

Am Samstag ehrte die Appenzeller Zeitung den Appenzeller des Jahres 2014. Peter Berweger wurde quasi in den «Appenzeller des Jahres»-Olymp gehievt. Er ist der elfte Appenzeller des Jahres.

Bruno Eisenhut
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Appenzeller Verlag (Bild: Bruno Eisenhut)

Appenzeller Verlag (Bild: Bruno Eisenhut)

Am Samstag ehrte die Appenzeller Zeitung den Appenzeller des Jahres 2014. Peter Berweger wurde quasi in den «Appenzeller des Jahres»-Olymp gehievt. Er ist der elfte Appenzeller des Jahres.

Der Gang ins Archiv hat aber gezeigt, dass bei den elf Wahlen zwölf Sieger gekürt wurden. Im Jahr 2006 erzielten mit Gerd Oberdorfer, Lehrer aus Oberegg und den Faustballern aus Schwellbrunn zwei Nominierte exakt dieselbe Anzahl Stimmen. Die Faustballer waren in den bisherigen Ausgaben aber nicht das einzige Team, welches es zuoberst auf das Podest schaffte. Das Jugendchörli Appenzell hat es – dem Erreichen des «Kleinen Prix Walo» sei Dank – im 2011 geschafft.

Die Männer liegen deutlich in Führung. Sieben sind bis jetzt gewählt worden, ihnen gegenüber stehen deren drei Frauen. Die Ernennung zur «Appenzellerin des Jahres» von Marlen Menet (2005), Verena Fricker (2007) und Sandra Graf (2008) liegen zudem ein ganzes Weilchen zurück.

Der Gedanke, dass die Frauen nicht genügend leisten, um in gleicher Häufung «Appenzellerin des Jahres» zu werden, liegt mir fern. Alt Nationalrätin Marianne Kleiner bilanzierte kürzlich gegenüber unserer Zeitung, dass «viele Frauen ausfüllend damit beschäftigt sind, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen». Ihnen fehle schlicht die Zeit für die Politik.

«Schade», füge ich hier an. Schliesslich war es mit Bestimmtheit auch die Frau des amtierenden «Appenzellers des Jahres», welche mit ihrem Engagement im Hintergrund Peter Berweger ermöglichte, das Gymteam Stein zum Spitzenteam zu formen. Oder es war die Frau von Philipp Langenegger, welche ihm den Rücken freihielt, damit er sein Schauspielprogramm durchziehen konnte. Oder es waren die Partnerinnen von Reto Schoch und Michael Bless, welche die Voraussetzungen für deren sportliche Höchstleistungen schufen. Ich behaupte drum: «Appenzeller des Jahres» wird nur, wer sich auf ein starke Frau stützen kann. Ausser vielleicht Kapuzinerbruder Karl, er wurde im 2009 «Appenzeller des Jahres».