«Manchmal hat es mehr Leute hinter als vor dem Altar»

Die Delegierten der Katholischen Kirchgemeinden Innerrhodens gastierten in Haslen. Nebst den üblichen Traktanden gaben die schlecht besuchten Gottesdienste zu reden – noch herrscht Ratlosigkeit.

Timo Züst
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Die Pfarrkirche Haslen am nebligen Herbsttag der Delegiertenversammlung. (Bild: bei)

Die Pfarrkirche Haslen am nebligen Herbsttag der Delegiertenversammlung. (Bild: bei)

HASLEN. Die Delegierten der Katholischen Kirchgemeinden Innerrhodens (KKGAI) hatten an ihrer 15. Versammlung einiges zu besprechen, die rückläufige Zahl der Kirchgänger sowie der Weggang der geschätzten Kapuziner bereiten Sorgen.

«Unerwartet intensiv»

Nach einigen Terminproblemen trafen sich die 24 Delegierten der KKGAI vollzählig im Pfarrhaus von Haslen. Rasch waren die Stimmenzähler gefunden und das Protokoll der letzten Zusammenkunft durchgewinkt.

«Die vergangenen zwei Berichtsjahre waren teilweise unerwartet intensiv». Mit diesen Worten eröffnete Präsident Josef Manser seinen Tätigkeitsbericht. Besonders bedauerte er den Weggang der seit 425 Jahren in Innerrhoden angesiedelten Kapuziner: «Sie hinterlassen eine klaffende Lücke.» Ihre Verdienste in der Jugendarbeit und ihre entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Kantons sei von unschätzbarem Wert. Laut Manser vereinbarte die Römisch-katholische Zentralkonferenz eine Beitragserhöhung um 2 Prozent, daraus resultieren 1000 Franken Mehraufwand für Innerrhoden.

In der anschliessenden Diskussion kam das Thema der schlecht besuchten Gottesdienste auf den Tisch. Von Werktagsmessen in Aussenbezirken mit nicht mehr als vier Besuchern war die Rede: «Da hat es manchmal mehr Leute hinter als vor dem Altar», so der Dekan Stephan Guggenbühl.

Lösungsansätze, wie beispielsweise ein Fahrdienst, sind vorhanden – an deren Umsetzung muss allerdings noch gearbeitet werden.

Ersatzwahlen

Als Ersatz von Niklaus Fässler, Brülisau, wählten die Delegierten einstimmig Jonny Dörig, Angehöriger derselben Kirchgemeinde. Nachfolger für den weltreisenden Tim Haas ist Daniel Bräu, Kirchgemeinde Oberegg.

Am Freitag im «Alpstein», Appenzell: Präsentation der Studie «Gemeinwirtschaftliche Leistungen der Kirchen beider Appenzell».