Manchester Express Road

Nein, ich war kürzlich nicht in Manchester, überhaupt nicht in England; aber ich habe, aus kindischer Neugier, ein Mail geöffnet, das ich sonst – sagen wir in 49 von 50 Fällen – ungeöffnet gelöscht hätte. Ich lese also unter vielem anderem Folgendes:

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Nein, ich war kürzlich nicht in Manchester, überhaupt nicht in England; aber ich habe, aus kindischer Neugier, ein Mail geöffnet, das ich sonst – sagen wir in 49 von 50 Fällen – ungeöffnet gelöscht hätte. Ich lese also unter vielem anderem Folgendes:

«Ein Vertrauter von mir, den gleichen Nachnamen mit Ihnen, starb er bei einem Autounfall entlang Manchester Express Road. Leider verloren alle Insassen des Fahrzeugs ihrem Leben. Mein verstorbener Freund hatte keine Frau und Kinder vor seinem Tod.»

Ich lasse den Text etwas wirken, vor allem den letzten Satz.

«Ich suche Ihre Zusammenarbeit als einzige Familie des Verstorbenen zu stehen. Aus diesem Grund habe ich ein Anwalt angestellt (Gesetzlicher Vertreter) fähig zu erhalten Ansprüche Dokument, und er versichert mir, seine professionelle Unterstützung. Ich garantiere es mit legitimen Anordnung werden je nach Erbrecht erfolgen.»

Da bin ich nun echt froh, dass der unterzeichnende Anthony Dozie mir die Suche nach einem professionellen Anwalt abnimmt.

«Im Vorgriff auf Ihre schnelle Antwort!

Mit freundlichen Grüssen

Anthony Dozie»

Im Vorgriff? Auf Ihre schnelle Antwort? Ach so, es pressiert, denn es kann ja sein, dass der Verstorbene nun im jenseitigen Leben Frau und Kinder hat und da wird er auf sein diesseitiges Konto zugreifen wollen. Und genau dem will dieser Schlaukopf Anthony Dozie, zusammen mit mir, vorgreifen! Quasi auf der virtuellen Express Road. Ich muss mich also rasch entscheiden, ob ich mit Anthony zusammenarbeiten will, um zu meinem rechtmässigen Manchester-Erbe zu kommen. Es müsste noch vor Ostern sein...

Gabriele Barbey