«Man redet schon zu lange»

Der Einwohnerrat befasst sich an seiner nächsten Sitzung mit dem Verkehrsproblem auf der Alpsteinstrasse in Herisau. SP-Präsident Yves Noël Balmer fordert rasche Lösungen.

Patrik Kobler
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Yves Noël Balmer Einwohnerrat und Präsident SP AR (Bild: pd)

Yves Noël Balmer Einwohnerrat und Präsident SP AR (Bild: pd)

HERISAU. SP-Präsident Yves Noël Balmer hat an der Alpsteinstrasse gelebt und kennt das dortige Verkehrsproblem aus eigener Erfahrung. Auch wenn er mittlerweile weggezogen ist, setzt er sich weiterhin für mehr Lebensqualität im Quartier ein. Er hat eine Interpellation eingereicht, die an der nächsten Einwohnerratssitzung vom 16. September behandelt wird.

Jetzt handeln

Balmer will nicht länger zuwarten, bis die Umfahrung Herisau vielleicht doch noch realisiert wird. «Man redet schon über ein halbes Jahrhundert von diesem Projekt. Das Quartier braucht jetzt Lösungen und nicht erst in 20 Jahren», sagt er. Denn der Verkehr nehme stetig zu.

Die höchsten Belastungen werden jeweils gemessen, wenn es die Ausflugstouristen in Scharen in den Alpstein zieht. «Während der motorisierte Individualverkehr mit Gratisparkplätzen bei den Bergbahnen gefördert wird, sind demgegenüber die Anschlüsse des öffentlichen Verkehrs nach Wanderungen am Wochenende sehr unattraktiv oder gar nicht vorhanden», sagt Yves Noël Balmer. Ihm erscheint das Angebot des öffentlichen Verkehrs generell als zu wenig attraktiv. Als jüngstes Beispiel nennt er die verschlechterten Fahrzeiten der Appenzeller Bahnen nach Gossau. «Da wundert's mich nicht, wenn Personen aus Urnäsch für den Weg nach Zürich mit dem Auto bis nach Gossau fahren», so Balmer. Kanton und Gemeinde tun seiner Ansicht nach zu wenig, um die Situation im Quartier zu verbessern. Er sieht die Situation teilweise hausgemacht. Rund ein Drittel sei mittlerweile Ziel- und Quellenverkehr. Trotzdem strebe man entlang der Alpsteinstrasse zusätzliche Wohn- und Gewerbebauten an. Dafür fehlt ihm das Verständnis.

Dorf wird zur Umfahrung

Yves Noël Balmer sieht das Problem nicht auf die Alpsteinstrasse beschränkt. Wenn sich der Verkehr bereits im Winkelstich staut, weichen viele über das Dorf aus. «So wird das Dorf zur Umfahrung der Umfahrungsstrasse», sagt er. Mit seiner Interpellation fordert er den Gemeinderat zu einer Lagebeurteilung auf. Zudem will er wissen, mit welchen Massnahmen dieser die Lebensqualität entlang der Alpsteinstrasse erhöhen will. Aus seiner Sicht müssen die Gemeinde Herisau und der Kanton unabhängig von einer Umsetzung der Umfahrung Herisau Lösungen für die Alpsteinstrasse rasch angehen.