«Man kann nur jene wählen, die sich der Wahl stellen»

Mittel- und vor allem Vorderländer beklagen sich regelmässig darüber, dass ihre Regionen im Kanton im Vergleich zum Hinterland und Herisau zu wenig Beachtung finden. Dennoch bezeichnet der aus Stein stammende Ausserrhoder Landammann Alfred Stricker den Zusammenhalt im Kanton als gut.

David Scarano
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Fünf von fünf Regierungsräten, vier von fünf Parteipräsidenten, zudem das Kantonsratspräsidium für die nächsten drei Jahre gepachtet: Das Hinterland dominiert den Kanton derzeit politisch. Warum ist das so?

Alfred Stricker: Diese Situation ist einerseits der klare Wille des Wahlvolkes. Und man kann nur jene wählen, die sich der Wahl stellen. Andererseits arbeiten alle – ob im Kantons- oder Regierungsrat – immer für den ganzen Kanton, egal, woher sie stammen. Die Bezirke gibt es nicht mehr; in den Köpfen sind sie teilweise dennoch. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass die regionalen Befindlichkeiten ernst genommen werden.

Auch der Finanzausgleich gibt häufig zu reden. Es wird moniert, dass die Millionen vor allem ins Hinterland fliessen. Wie schätzen Sie den regionalen Zusammenhalt innerhalb des Kantons ein?

Es ist eine Herausforderung, so unterschiedliche Regionen zusammenzuhalten. Gerade das Finanzausgleichsgesetz ist ein Erlass, der dem Zusammenhalt dient und Unterschiede ausgleicht. Ich erlebe den Zusammenhalt im Kanton als gut, auch wenn diverse Stimmen das anders sehen.

Wie gewährleistet die Regierung, dass alle Regionen im Kanton zum Zuge kommen? Was macht sie, damit die Stimmung nicht kippt?

Die Stimmung ist weit weg von der Kippkante. Wir pflegen den direkten Kontakt mit allen Gemeinden im Kanton gleichermassen. Und ich glaube auch, dass alle zum Zug kommen. Persönlich bin ich sicher, dass im Rahmen der nächsten Gesamterneuerungswahlen ein allfälliges Ungleichgewicht korrigiert werden kann. (dsc)