Maler leben in ihren Bildern weiter

Im «Haus der Paradiesvögel» ist am Freitag die Ausstellung «Faszination Berge» eröffnet worden. Es sind Bilder der verstorbenen Maler Karl Bucher und Ernst Näf zu sehen. Hansueli Hersche spielte Hackbrett und die Kinder der Künstler erzählten von ihren Vätern.

Cecilia Hess-Lombriser
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René Bucher begrüsste zur Ausstellung mit Bildern seines Vaters Karl Bucher und von Ernst Näf. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

René Bucher begrüsste zur Ausstellung mit Bildern seines Vaters Karl Bucher und von Ernst Näf. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

HEMBERG. Liselotte Rittmeyer und René Bucher wohnen und arbeiten im Haus an der Haldenstrasse 3 in Hemberg. Sie stellen ihr renoviertes Haus jedoch auch für kulturelle Momente zur Verfügung. Die aktuelle Ausstellung ist einem Zufall zu verdanken.

Bilder der Väter

Auf wundersame Weise lernte René Bucher, der Sohn des Malers Karl Bucher, die Tochter von Ernst Näf, Elisabeth Strodel, kennen. Beide waren im Besitz von Bildern ihrer Väter. Elisabeth Strodel wohnt seit einiger Zeit im Haus in Hemberg, das ihrem Vater bis zu seinem Tod 1995 als Atelier und Heim gedient hatte. René Bucher und seine Frau sind vor drei Jahren aus dem Säuliamt in die Ostschweiz gezogen. Wer sich zur Ausstellung aufmacht, wird mehrfach überrascht. Der kleine Garten ist ein Zauber, das Haus ist so renoviert worden, dass seine 170jährige Seele weiter atmet, die Bewohner haben es liebevoll eingerichtet und nun hängen da auch die vielen Bilder, die teilweise das hereingeholt haben, was vom Fenster aus zu sehen ist: Berge. Karl Bucher hat auf Leinwand Bilder entstehen lassen, die unweigerlich an das Licht von Segantini erinnern. Der Betrachter fühlt sich mitten in diesem Licht und der Stimmung von Tages- und Jahreszeiten in den Bergen und auf Gipfeln.

Ernst Näf ist 1913, ein Jahr vor Karl Bucher geboren worden. Kennengelernt haben sich der Neckertaler und der Luzerner nie, doch später waren sie nacheinander Mitglied der «Luzerner Volkskünstler» gewesen, wo beide einen angeregten Austausch pflegten. Beiden war gemeinsam, dass sie gerne Bergtouren machten und Ski fuhren. Und beide malten mit Vorliebe Berge.

Gipfelstürmer und Schaffer

Ernst Näf konzentrierte sich in den letzten Lebensjahren auf die Entwicklung von Farbholzschnitten. Auch hier gab es Motive aus den Bergen und der Natur.

Elisabeth Strodel erzählte an der Vernissage frei aus dem Leben ihres Vaters, der nebst seinem Beruf als Vermessungstechniker ein grosser Schaffer war. «Er war herzensgut, gottesfürchtig, bescheiden und bodenständig», fasste sie zusammen. Bodenständiges und Traditionelles spielte Hansueli Hersche auf dem Hackbrett und erfreute damit die vielen Gäste. «Mein Vater war ein Gipfelstürmer», beschrieb René Bucher seinen Vater, der 2010 starb. Er hätte die Kinder schon früh überall hingenommen. Hauptsächlich natürlich in die Berge.

Die Ausstellung dauert bis zum 20. September und ist geöffnet von 13 bis 19 Uhr.