Mahnende Worte des Herisauer Gewerbevereinspräsidenten und vier Auszeichnungen

Der Präsident des Gewerbevereins stört sich an der Anzahl aufgelöster Lehrverträge. Er drückt seine Besorgnis im Rahmen eines Sommerapéros aus. Freude bereiten vier überdurchschnittliche Lehrabschlüsse.

Martin Schneider
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Michaela Büchel, Manuel Moser, Joël Leirer und Livia Inauen. (Bild: MAS)

Michaela Büchel, Manuel Moser, Joël Leirer und Livia Inauen. (Bild: MAS)

Rund 450 Lernende haben im Kanton Appenzell Ausserrhoden dieses Jahr erfolgreich die Lehre abgeschlossen. Der Gewerbeverein Herisau nutzte den Sommerapéro in der «dreischiibe», um vier Lernende von Herisauer Betrieben auszuzeichnen. Sie sind durch ihre Leistungen an den Abschlussprüfungen besonders positiv aufgefallen.

Eine von ihnen ist Michaela Büchel, die bei der Firma Zubischuhe AG Detailhandelsfachfrau EFZ lernte und mit der Note 5.3 abschloss. Mit der gleichen Note beendete Manuel Moser seine Lehre als Strassentransportpraktiker bei der r+n Transporte AG. Livia Inauen wiederum beendete ihre Lehre als Drogistin EFZ bei der Drogerie Walhalla mit einer 5.4. Die beste Note unter den vier geehrten Lernenden verzeichnete Joël Leirer. Der Automobil-Mechatroniker der Garage Wildermuth AG erreichte die Note 5.5.

Aldo Carrera, Präsident des Gewerbevereins Herisau, zeigte sich stolz über die Leistungen der Lernenden. Ebenso lobende Worte fand er für die Lehrbetriebe sowie für die Lehrmeisterinnen und Lehrmeister, die eine äussert anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen hätten. Gleichzeitig richtete Carrera mahnende Worte an das Gewerbe. Er stört sich insbesondere an der Zahl der wieder aufgelösten Lehrverträge. Letztes Jahr waren es gemäss dem Präsidenten des Gewerbevereins 103 an der Zahl, dieses Jahr 113.

«Ziel aller Gewerbetreibenden muss es sein, dass wir die Anzahl Lehrvertragsauflösung reduzieren und minimieren können.»

Auch bei der Thematik der unbesetzten Lehrstellen stünde das Gewerbe vor grossen Herausforderungen. Seit Jahren würden kontinuierlich weniger Lehrverträge abgeschlossen, und dementsprechend bleiben viele Lehrstellen unbesetzt. Über die Gründe dieser Entwicklungen konnte Carrera nur mutmassen.

Der Verein «dreischiibe» nutzte den Sommerapéro, um den Gewerbetreibenden den Betrieb in Herisau vorzustellen, der unter anderem aus Bäckerei, Wäscherei, Logistik und Gastronomie besteht. Geschäftsführer Christoph Härter war es ein Anliegen, das Bild einer «geschützten Werkstatt» zu präzisieren und korrigieren. «Wir sind genau so ein Betrieb, der auf dem freien Markt bestehen muss wie alle anderen und wir haben keine finanziellen Garantien von ausserhalb.» Der Verein engagiert sich in der beruflichen Rehabilitation und Integration von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Angeboten werden Abklärungs-, Ausbildungs- und Arbeitstrainingsprogramme sowie geschützte Arbeitsplätze und Förderungsprogramme.