Mäster kämpfen für Anliegen

Weniger Direktzahlungen und Schlechterstellung beim Graslandbeitrag sind nur zwei Stichworte, welche die Rindviehhalter ohne Verkehrsmilchproduktion beschäftigen. An der HV wurde ein neuer Kassier gewählt.

Adi Lippuner
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WILDHAUS. Es gehört zur Tradition, dass die Rindviehhalter ohne Verkehrsmilchproduktion des Kantons St. Gallen (RVO) ihre Jahresversammlung Anfang März im Hotel Sonne in Wildhaus durchführen. Hinter dem etwas sperrig klingenden Namen stehen die Kälbermäster, also vorwiegend Bauern aus dem Berggebiet, welche dafür sorgen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten mit inländischem Kalbfleisch versorgt werden. Präsident Wendelin Jud, Necker, konnte zahlreiche Gäste begrüssen. Unter ihnen Peter Zbinden vom Bundesamt für Landwirtschaft und dort im Fachbereich Direktzahlungen tätig.

Vor Ort war auch der Präsident des Schweizerischen Kälbermästerverbands, Samuel Graber, Horrenbach BE, sowie mehrere Vertreter von Futtermittel-Lieferanten. Als Gastreferent war Hans Peter Wolf von der Firma ASF (AG für Schlachtviehhandel und Fleischvermarktung), Sursee, anwesend.

In seinem Jahresbericht sprach Wendelin Jud die Entwicklung der Einkommen für die Kälbermäster an. «Bei meinem Amtsantritt vor acht Jahren konnten wir noch auf die tierbezogenen Beiträge zählen, mit der neuen Agrarpolitik (AP) sind diese weggefallen. Ich muss feststellen, dass wir Kälbermäster bei jeder Änderung die Verlierer waren. Und diesmal trifft es uns am härtesten und das ist des Guten zu viel.» Von Seiten des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) sei versprochen worden, dass die Produzenten im Berggebiet die Gewinner der neuen Agrarpolitik sein werden. «Tatsache aber ist, dass Grossbetriebe oder Betriebe im Berggebiet, die über sehr viel Fläche verfügen und wenig produzieren, von der AP 2014-17 profitieren. » Jüngstes Beispiel sei der Wegfall des Graslandbeitrags, weil das Milchpulver, welches bei der Kälbermast benötigt werde, zum Kraftfutter zähle. Zu diesem Thema war von Peter Zbinden zu hören: «Es ist nicht die Absicht des BLW, die Kälbermäster schlechter zu stellen. Was das Thema «Milchpulver» betreffe, sei für kommenden Herbst eine Verordnungsänderung angedacht. Lösungen habe es dafür im Zusammenhang mir dem rosa Kalbfleisch gegeben. «Wir werden uns auch weiterhin für die Interessen der Kälbermäster einsetzen», sind sich Wendelin Jud und Samuel Graber einig.

Peter Zbinden informierte über das Programm «Raus» (Beiträge für regelmässigen Auslauf ins Freie), welches auch für Mastkälber angeboten wird. Dabei gilt der Grundsatz: «Die Tiere haben während des ganzen Jahres dauernd, also 24 Stunden am Tag Zugang zu einem Laufhof.»

Während 16 Jahren war Robert Schwitter, Pfäfers, im Vorstand der RVO tätig, davon acht Jahre als Kassier. Er stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl, weil der Kälbermäster und Weinbauer vermehrt auf den Weinbau im höchstgelegenen Rebberg des Kantons St. Gallen setzt. Nachfolger wird Daniel Britt, Schwendi-Weisstannen. Präsident Wendelin Jud, Necker, Aktuar Martin Zimmermann, Weesen, und die weiteren Vorstandsmitglieder Josef Brülisauer, Lienz, und Erwin Willi, Mädris, wurden bestätigt. Die Rechnung – bei Einnahmen und Ausgaben von gut 16 000 Franken – schliesst mit einem Ertragsüberschuss von knapp 200 Franken. Das Vermögen, Stand 31. Dezember 2013, beträgt 12 375 Franken. Der Mitgliederbeitrag bleibt bei 70 Franken.