Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Märzeschnee tuet nüme weh…»

In diesem Winter wurde viel über das Wetter, über Schnee geredet. Zuerst war die Frage: «Wohin mit dem vielen Schnee»? Dann: «Hat es noch Schnee?» Und jetzt: «Gibt's nochmal Schnee?» Für diese Woche war Schnee angesagt.
Esther Schiess
Esther Schiess Pfarrerin, evangelisch-reformierte Kirche Ebnat-Kappel (Bild: pd)

Esther Schiess Pfarrerin, evangelisch-reformierte Kirche Ebnat-Kappel (Bild: pd)

In diesem Winter wurde viel über das Wetter, über Schnee geredet. Zuerst war die Frage: «Wohin mit dem vielen Schnee»? Dann: «Hat es noch Schnee?» Und jetzt: «Gibt's nochmal Schnee?» Für diese Woche war Schnee angesagt. Die einen erhofften ihn, andere sind schon auf Frühling eingestellt, der lahme Winter ist ihnen verleidet. Da beruft man sich gerne auf das Sprichwort: «Märzeschnee tuet nüme weh.» Was sagen will, dass Schnee im März nicht mehr hält, dass man keinen eisigen Winter mehr befürchten muss. Am 1. März ist meteorologischer Frühlingsanfang. Eine deutsche Zeitung titelte: «Ein bisschen Winter geht zu Ende». Ja, diesen Winter mussten Wintersportler meist hoch hinaus, das Toggenburg war alles andere als schneesicher. Die ersten Schneeglögglein sah man schon im Dezember und seit Wochen blühen Haselsträucher.

Eine Kunst für sich

Es war ein (zu) milder Winter, gut für die Autofahrer, flau für die Wintersportler. Jetzt im März sagen Wetterspezialisten, es kann uns von strengem Dauerfrost bis zu sommerlichen Werten alles blühen. Laut 100jährigem Kalender wird der März eher kalt statt frühlingshaft: Vom 1. bis 7. März rauh, kalt und sehr windig, bis zum 17. März sollen dann die Temperaturen nochmal sinken, Schnee soll es allerdings nicht geben… Das Wetter vorherzusagen, ist eine Kunst für sich. Die einen schwören auf moderne Techniken, andere auf den 100-Jährigen. Jemand sagte zu mir: «Zum Glück kann der Mensch das Wetter nicht beeinflussen, auch nicht kaufen. Es kommt, wie es kommt, und das ist gut so. Was gäbe es Kriege, wenn die einen das Wetter so wollen und die anderen so…» Im Psalm 147 heisst es (Verse 8–9): Gott bedeckt den Himmel mit Wolken, spendet der Erde Regen und lässt Gras auf den Bergen spriessen. Er gibt dem Vieh seine Nahrung, gibt den jungen Raben, wonach sie schreien.

Streut den Reif wie Asche

Ja, wir in der Schweiz können von Glück reden, dass das bei uns stimmt. Bei uns werden zwar die Winter milder, aber andernorts, im Süden der Welt, trocknet alles aus, weil kein Regen mehr fällt. Jetzt im März stimmen voraussichtlich bei uns auch die Verse 16 bis 18 des Psalms: Er spendet Schnee wie Wolle, streut den Reif aus wie Asche. Eis wirft er herab in Brocken, vor seiner Kälte erstarren die Wasser. Er sendet sein Wort aus und sie schmelzen, er lässt den Wind wehen, dann rieseln die Wasser.

«Märzeschnee tuet nüme weh.» Oder anders gesagt: Wir können darauf bauen, der Frühling kommt und mit ihm grünes, frisches Gras. Unser Verdienst ist es nicht. Die Trockenheit ist auch nicht der Fehler der anderen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.