«Madämmeli» erobert Spitalwiese Wattwil

Das goldgelbe «Madämmeli», wie sie hier genannt wird, hat sich einen Standort zurückerobert. Markant blüht sie jetzt auf der Spitalwiese Wattwil. Früher gab es im Kanton St. Gallen für diese Blume mindestens 14 Lokalnamen.

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Das goldgelbe «Madämmeli», wie sie hier genannt wird, hat sich einen Standort zurückerobert. Markant blüht sie jetzt auf der Spitalwiese Wattwil. Früher gab es im Kanton St. Gallen für diese Blume mindestens 14 Lokalnamen. Botanisch ist sie unter Frühlings-Schlüsselblume (Primula véris) zu suchen. Zu der «Sensezeit» gab es einst viele Magerstandorte, da war sie zu Hause. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft ist sie vielerorts verschwunden.

Das Spital Wattwil profitiert von der heutigen extensiven Bewirtschaftung. Für die Patienten ist es eine Abwechslung, den Bienen zuzuschauen, wie sie von Blüte zu Blüte hechten. Dem Personal, wenn Zeit vorhanden, ist für einen Blick durchs Fenster spannend zu sehen, wie Tage um Tage neue Wildpflanzen heranwachsen, die den Frühling und Sommer ankündigen. Noch vor acht Jahren wurde diese grosse Wiese mit dem Rasenmäher getrimmt. Mit der Naturwiese kann die Biodiversität nur gewinnen und die Betriebskosten sind wesentlich günstiger.

Gemäht wird die Wiese von einem Landwirt, so um Mitte Juni, wenn die Pflanzensamen reif sind und die Fortpflanzung stattfinden kann. Das Wildheu ist eine gesunde Nahrung für die Rinder.

Paul Schmucki