LÜTISBURG/RICKENBACH: Die beste aller Shows geboten

Am Red-Bull-Flugtag auf der Zürcher Landiwiese klassierten sich vor fast 50 000 Zuschauern beide Teams mit Vertretern der Region unter den Top 15. Lütisburger Turner legten am Samstag die beste Performance aller Teilnehmer hin.

Simon Dudle
Drucken
Teilen
Trotz gebrochenem Flügel kam die Libelle 16,5 Meter weit und flog in die vorderen Ranglistenpositionen. (Bilder: Dean Treml)

Trotz gebrochenem Flügel kam die Libelle 16,5 Meter weit und flog in die vorderen Ranglistenpositionen. (Bilder: Dean Treml)

LÜTISBURG/RICKENBACH. Auf die Frage, ob sie durchgeknallt sei, sagt die Rickenbacherin Jeanine Hegelbach lachend: «Ich hoffe doch.» Die 34-Jährige ist die Sprecherin der «Aerodactylus Airline». Diese besass bis am Samstagnachmittag genau ein Flugobjekt – einen acht Meter langen und zehn Meter breiten selbstgebastelten Dinosaurier. Dieser wurde unter Gebrüll im Zürichsee versenkt, nach einem 8,5 Meter kurzen Flug.

Zu Beginn des Projekts hatte sich das Team überlegt, den Weltrekord von gut 78 Metern ins Visier zu nehmen. Schnell wurde aber klar, dass dafür ein noch viel grösserer Aufwand nötig gewesen wäre. «Wir hätten noch einige Meter mehr rausholen können. Allerdings war die Situation schwierig einzuschätzen», sagt Hegelbach. Bereits so war viel Aufwand nötig. Die vergangenen zweieinhalb Monate hat die Hinterthurgauerin fast täglich für dieses Projekt gearbeitet.

Den Zuschauern etwas bieten

In erster Linie ging es ihr nicht um die Weite, sondern um eine gute Show für die vielen Zuschauer. Geschminkt, im Fell-Bikini, mit Knochen in den Haaren und mit Keulen bestückt machte ihr Team die Zürcher Landiwiese unsicher. Nicht nur während des 45sekündigen Showteils vor dem Flug war lautes Gebrüll zu hören. Dementsprechend hoch war die Punktzahl bei den Bewertungskriterien Kreativität und Performance. «Wir entschieden uns bewusst für einen körperlich bewegten Auftritt, damit die Leute etwas zu sehen bekamen», sagt Hegelbach. In der Gesamtwertung belegte der fliegende Saurier Platz 15 bei 48 Teilnehmern.

Gar auf Rang acht schaffte es das Team «La Belle Libelle», welches hauptsächlich mit Lütisburgern und Bütschwilern bestückt ist. Bei der «Performance» gab es die Maximalpunktzahl 40. Kein anderes Team erreichte sonst diese Höchstmarke. Der hauptsächlich aus Turnern des TV Lütisburg bestehenden Gruppe kam zugute, dass sie auf der Bühne Salti, Überschläge und Rollen schlagen konnte sowie Handstände zeigte. Nachdem die Libelle schliesslich gelandet war, sprangen die Lütisburger von der sechs Meter hohen Bühne in den See. David Stauffacher, der das Projekt aufgegleist hat, sagt nach mehr als drei Salti: «Es war eine saubere Landung auf dem Rücken. Dank der Schwimmweste hat es aber nur zwei Sekunden weh getan.»

Flügel gebrochen

Die knapp sechs Meter grosse Libelle mit einer Spannweite von zehn Metern flog 16,5 Meter weit. Das Objekt war somit einen halben Meter früher im Wasser als die Riesen-Glace, mit welcher Stauffacher vor fünf Jahren beim Flugtag in Luzern angetreten war. Damals hatte sogar Platz zwei im Gesamtklassement resultiert. Die etwas schlechtere Rangierung ist damit zu begründen, dass ein Flügel der Libelle beim Transfer auf die Landiwiese gebrochen war und vor dem Start nur noch notdürftig repariert werden konnte.

Schweizer Rekord geknackt

Auch wenn Stauffacher einige organisatorische Dinge wie die Kommunikation an Organisator Red Bull bemängelte, so sprach er doch von einem «einmaligen Erlebnis». Besonders beeindruckt hat ihn die Hilfsbereitschaft unter den Teams.

Gewonnen hat schliesslich «Harnass» aus dem Kanton Schwyz. Deren Flugreise führte zwar «nur» 15 Meter weit, dafür wurde der kreative Auftritt mit vielen Punkten belohnt. Einen neuen Schweizer Rekord in der Weite stellte «iii» aus dem Kanton Zug auf. Ganze 55,5 Meter lang war der Flug dieses Teams. Zum vor drei Jahren aufgestellten Weltrekord fehlten aber noch über 20 Meter.

Obwohl der fliegende Dinosaurier nur 8,5 Meter weit kam, hatten die Erbauer viel Spass am Flugtag.

Obwohl der fliegende Dinosaurier nur 8,5 Meter weit kam, hatten die Erbauer viel Spass am Flugtag.