Lütisburger stehen zusammen

Die Streichung der Buslinie 767 Bütschwil–Ganterschwil–Lütisburg–Flawil hat in Lütisburg etwas ausgelöst: Eine Interessengruppe hat 895 Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel: Das öV-Angebot ausbauen und nicht abbauen.

Sebastian Keller
Drucken
Teilen

LÜTISBURG. Sie waren selber überrascht. Die Mitglieder der Interessengruppe Lütisburg mobil. Binnen zweier Wochen konnten sie 895 Unterschriften sammeln. Unterschriften für eine Petition, mit der sie den Gemeinderat auffordern, ein örtliches öV-Konzept zu erstellen. Ueli Stieger von der IG bedankte sich anlässlich der Petitionsübergabe für die vielen Unterschriften und den Rückhalt: «Damit wir auch alles daran setzen können, für Lütisburg das wirklich bestmögliche öV-Konzept zu erarbeiten.»

«Ausbau kostet Geld»

Lütisburg musste in der Vergangenheit immer wieder Änderungen im öffentlichen Verkehr hinnehmen. Einst war es die Streichung der Verbindung nach Bazenheid; auf Fahrplanwechsel Dezember 2013 fällt die Verbindung 767 Bütschwil–Ganterschwil–Lütisburg–Flawil weg (siehe Kasten). Mit der Petition unterstützen die Bürger den Gemeinderat in dieser Sache. Gemeindepräsidentin Imelda Stadler hat im Juni signalisiert, dass sie bereits neue Verbindungen flussabwärts nach Bazenheid prüfen. An der Petitionsübergabe zeigte sie sich von der «grossen Unterstützung» erfreut. Mit der grossen Anzahl Unterschriften gewinne das Thema eine neue Priorität. Imelda Stadler betonte aber auch: «Wir müssen uns bewusst sein, dass ein Angebotsausbau etwas kostet.» Das weiss auch die IG. «Wir von der IG waren immer schon der Meinung, dass dies nicht gratis zu haben ist.» Das öV-Konzept zielt eindeutig auf einen Angebotsausbau ab: Arbeitnehmende sollen von und nach Lütisburg mit dem öffentlichen Verkehr reisen können. Die IG fordert ferner, dass es weiterhin möglich ist, «in gut einer halben Stunde nach St. Gallen zu fahren». Zudem soll die Haltestelle Lütisburg Station wieder von Lütisburg mit dem Bus erreicht werden können. Auch die verschiedenen Dörfer und Weiler – etwa Gonzenbach, Tufertschwil, Winzenberg und Unterrindal – sollen untereinander verbunden werden. «Ältere Menschen sollen nicht wegen fehlendem öV-Angebot umziehen müssen», sagte Ueli Stieger. Für ihn und die IG ist klar: «Eine Gemeinde mit Wachstumsabsichten muss auch in den öV investieren.» Damit spricht er die Überbauung Thurblick an; mit dieser sollen rund 40 Wohnungen im Zentrum entstehen. Erfahrungen andernorts haben gezeigt, dass regelmässige Busverbindungen mehr Passagiere anziehen.

Im März 2013 präsentieren

Die IG hat ein konkretes Ziel: An der Bürgerversammlung im März 2013 sollen verschiedene Möglichkeiten vorgestellt werden. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Gemeinderates, des Schulrates und der IG haben sich nach der Petitionsübergabe zu einer Besprechung getroffen. In die Arbeitsgruppe ist auch Josef Rütsche, Präsident des Primarschulrates, involviert. Er sagt: «Wir sind an einer Lösung mit dem öffentlichen Verkehr sehr interessiert.» Denn: Der Schülertransport innerhalb des Gebietes müsse ohnehin sichergestellt werden – also mit Schulbus oder mit einer öV-Lösung. Ähnliche Signale seien auch von der Oberstufe BuGaLu zu vernehmen, weiss Josef Rütsche.