Lücken in der Adresskartei?

BÜHLER. Zwei Informationsschreiben der Gemeinde Bühler an die Bevölkerung verwirren der unterschiedlichen Adressbezeichnung wegen. Ein einheimisches Ehepaar lässt seinem Unmut freien Lauf. Den Behörden fehle der Durchblick.

Bruno Eisenhut
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BÜHLER. Die Streitigkeiten um die neuen Adressen in Bühler reissen nicht ab. Trotz erheblicher Anstrengungen schafft es die Mittelländer Gemeinde nicht, das leidige Thema aus der Welt zu schaffen. Das jüngste Kapitel wurde in der gestrigen Ausgabe der Appenzeller Zeitung geschrieben: In einem Leserbrief (Titel: Adressbereinigung in Bühler: Nr. 2) entrüstet sich ein Ehepaar aus Bühler darüber, dass die neugegründete Kommission «nun auf dem fast gleichen Dampfer wie der Gemeinderat fahre». Die Gemeinde habe, so die Leserbriefschreiber, zwischenzeitlich den Durchblick im Thema Neuadressierung verloren. Von zwei schriftlichen Mitteilungen an die Bevölkerung, an unterschiedliche Adressen, ist im Leserbrief die Rede.

Zwei Briefe an die Eigentümer

«Die Aussage bezüglich der beiden unterschiedlichen Informationsschreiben ist leider richtig», erklärt Christian Nänny als Leiter der zwischenzeitlich eingesetzten Arbeitsgruppe. Von verlorenem Durchblick möchte er aber nicht reden, viel mehr von einem Missverständnis. Er klärt auf: «Am 9. November wurde ein Informationsbrief zur zweiten Vernehmlassung an die Privateigentümer verschickt.» Zusammen mit einer aktuellen Adressliste wurde darin eingeladen, sich zur geplanten Numerierung zu äussern. Und nur zur Numerierung, denn: Die Namensgebung sei den Einwohnern bereits im Sommer in die Vernehmlassung gegeben worden, hält Christian Nänny fest.

Im Glauben, dass nicht alle Einwohner den Informationsbrief erhalten hätten, reichten die Gemeindebehörden drei Tage später, am 12. November, ein zweites Informationsschreiben an die Gebäudeeigentümer nach. «Leider wurden dazu teilweise die ursprünglichen Adressen verwendet», so Nänny. Bei dem ständigen Hin und Her seien wohl Lücken in der Adresskartei der Kanzlei entstanden, bedauert er.

Beide Seiten liessen Federn

Der Aussage im Leserbrief, dass die Arbeitsgruppe mit dem Gemeinderat auf dem fast gleichen Dampfer sei, widerspricht der Kommissionspräsident vehement: «Dies ist überhaupt nicht der Fall.» Beide Seiten hätten während der Tätigkeiten der Kommission (siehe Kasten) Federn lassen müssen, so Nänny. Die Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, um den umstrittenen Adressplan zu überarbeiten. Im Juni stellte die Gruppe Zwischenresultate vor: In der Kernzone sollte es Strassennamen geben, in den Aussengebieten sollten die Flurnamen bleiben. Diese Resultate wurden der Bevölkerung in die Vernehmlassung gegeben. Von den rund 20 Eingaben konnten die meisten berücksichtigt werden, erläutert Nänny das Resultat der Vernehmlassung. Nur wenige Eingaben seien nicht berücksichtigt worden.

Zweite Vernehmlassung läuft

Die zweite Vernehmlassung – zu den neuen Numerierungen – ist bis Montag, 28. November, geplant. Danach werde die Arbeitsgruppe die Eingaben einsehen und die nötigen und möglichen Schlüsse daraus ziehen, so der Kommissionsleiter. In Gesprächen werde man versuchen, eine Einigung zu erzielen, um danach das Projekt an den Gemeinderat verabschieden zu können.

Auf Anfrage der Zeitungsredaktion ist von der Gemeindekanzlei Bühler zu erfahren, dass die Schweizerische Post bis auf weiteres an die ursprünglichen und die neuen Adressen zustellt. Von offizieller Seite der Post seien zudem keine Probleme bezüglich Adressfindung, an die Gemeindekanzlei herangetragen worden, heisst es weiter. Gemeindeschreiber Richard Fischbacher weist darauf hin, dass die Gemeinde die Kosten für die Adressänderung im Führerausweis übernimmt. «Dies ist beschlossen und kommuniziert.»