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Lourdes-Grotte braucht Sanierung

LIBINGEN. Nach der 2,5 Millionen Franken teuren Renovation der Gallus-Kirche in Libingen steht im 320-Seelen-Dorf schon das nächste Sanierungsprojekt in den Startlöchern: Die beliebte Lourdes-Grotte ist in einem baulich schlechten Zustand. Die Kirchenverwaltung macht sich deshalb Sorgen.
Hansruedi Kugler

Feucht ist es zuhinterst im Libinger Tal. So feucht, dass der Fussboden in der Kapelle langsam fault, so feucht, dass die Farbe abblättert. Nicht genug damit: Schaut man den an die Nagelfluhwand gebauten Altar genauer an, so sieht man viele Risse. Die gross gewordenen Bäume türmen sich bedrohlich über dem Felsen. Der hält zwar noch, nur wie lange? Für die Besucher der Lourdes-Grotte wirken diese Mängel zwar noch nicht störend. Aber man erschrickt doch: Läuft man nämlich in der Kapelle der Maria-Statue entgegen, gibt der Boden nach und die Maria-Statue beginnt bedrohlich zu wackeln. Edwin Kuhn, Präsident des Libinger Kirchenverwaltungsrates, macht deshalb jetzt schon Werbung für eine künftige Renovation – zum ersten Mal öffentlich am vergangenen Samstag an der Altarweihe für die renovierte Kirche Libingen.

Zeitplan noch offen

Die Renovation der Lourdes-Grotte ist eines der Legislaturziele der Libinger Kirchenverwaltung. Wann ein konkretes Projekt vorgestellt wird, ist noch offen. Edwin Kuhn hat aber aufgrund der Mängelliste schon eine Vorstellung, was in ein solches Projekt gehört: Einerseits soll die Kapelle gesamthaft renoviert werden und mit einem abschliessbaren Geräteraum und einer Toilette versehen werden. «Auch hätte der Altarbereich an der Felswand einen schöneren Altartisch als den jetzigen Betontisch verdient», meint Edwin Kuhn. Schliesslich müsste der Hang gesichert und ausgelichtet werden. Auch die Parkplätze müssten ausgebaut werden. Vorsichtig äussert er sich noch zur Frage nach den Kosten. Wenn alles realisiert wird, koste eine solche Renovation gegen eine halbe Million Franken, schätzt er. Genauere Abklärungen müssten zeigen, wie gut das Fundament der Kapelle noch sei. Allenfalls müsse man auch einen Neubau der Kapelle prüfen. Abreissen wird allerdings wohl nicht so einfach, denn die Lourdes-Grotte mit der dazugehörenden Kapelle steht als eines von 37 Objekten im 1990 verabschiedeten Schutzinventar der Gemeinde Mosnang.

Beliebt für Hochzeiten

Wozu braucht eine solche Grotte eine Toilette und Geräteraum? Neben Einzelpersonen besuchen immer wieder ganze Gruppen die Lourdes-Grotte. Letztes Jahr fanden hier zwölf Hochzeiten statt. Man kann die ganze Lourdes-Grotte für solche Anlässe mieten. Beliebt sind auch die Andachten am idyllischen Ort. Solche finden zum Beispiel an allen Sonntagabenden im Mai statt. Neben solchen Gesellschaften besuchen aber auch übers Jahr viele Einzelpersonen und private Reisegruppen die Lourdes-Grotte. So werden hier jedes Jahr mehrere tausend Kerzen entzündet, deren Verkaufserlös in das Gabenkässeli fliesst. Erbaut worden ist die Lourdes-Grotte 1887 vom Kräuterpfarrer Johann Anton Künzle. Lange Jahre war der ortsansässige Pfarrer für die Grotte zuständig. Unterdessen kümmert sich der Mesmer Othmar Gemperle um den Unterhalt und organisiert immer wieder Einheimische, die in Fronarbeit mithelfen: Kürzlich wurde der Fussweg zur Grotte ausgebessert und Geländer ersetzt, die zwölf Holzbänke (jede sechs Meter lang) werden über den Winter eingelagert, bemalt und falls nötig ersetzt. Und Grottenmesmerin Gaby Fust-Meier sorgt für den täglichen Blumenschmuck. Dafür hatte schon ihre Mutter Josefina Meier-Hollenstein gesorgt – ein halbes Jahrhundert lang von 1946 bis 1997. Das zeigt: Die Libinger sind stolz auf ihre Lourdes-Grotte. «Und wir wollen auch selbst über die Renovation entscheiden», sagt Edwin Kuhn.

Die Schatulle des Bischofs

In erster Linie will der Präsident der Libinger Kirchenverwaltung deshalb die Renovation der Lourdes-Grotte über Spenden finanzieren. Man könne ja nicht schon wieder auf Betteltour zur katholischen Administration gehen, meinte Edwin Kuhn vergangenen Samstag. Administrationsrätin Margrit Stadler-Egli allerdings sagte in ihrer Rede: «Vielleicht hat der Bischof ja noch eine Schatulle für dieses Anliegen.» Edwin Kuhn solle doch ein Gesuch stellen. Grundsätzlich freue sich das Bistum und die katholische Administration über die Lourdes-Grotte Libingen als gelebte Volksfrömmigkeit und werde sicher eine Renovation finanziell unterstützen. Eine solche Sanierung könne allerdings nicht über die normale Verwaltungsrechnung laufen, denn die Lourdes-Grotte gehört nicht zum Besitz der Kirchgemeinde und somit auch nicht dem Bistum. Somit werde sich die katholische Administration sicher nicht mit einem so hohen Anteil an den Kosten beteiligen wie bei der Sanierung der Kirche Libingen. Dort finanzierte die Administration den weitaus grössten Teil des 2,5 Millionen Franken teuren Projekts.

Sie zweifle aber nicht daran, dass die Libinger das nötige Geld für die Sanierung der Lourdes-Grotte auftreiben können, sagt Margrit Stadler-Egli. Denn in Libingen selbst sei die Identifikation mit der Grotte sehr hoch und über das Dorf hinaus könnten solche Pilgerorte und Stätten der Volksfrömmigkeit auf grosszügige Unterstützung der Gläubigen zählen. Schon beim Bau der Lourdes-Grotte 1887 konnte Pfarrer Künzle auf grosszügige Spenden zählen, auch ausserhalb der Region: So kam zum Beispiel die Lourdes-Statue als Geschenk von Belgien ins Toggenburg.

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