LOTTERIEFONDS: Defizitgarantie fürs Ländlerfest in Wattwil

Der Regierungsrat will Projekte aus den Bereichen Naturschutz, Kultur, Bildung und Soziales mit Geldern aus dem Lotteriefonds fördern. Auch Toggenburger Projekte befinden sich darunter.

Martin Knoepfel
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Die katholische Kirche Bazenheid mit Baugerüsten. (Bild: Martin Knoepfel)

Die katholische Kirche Bazenheid mit Baugerüsten. (Bild: Martin Knoepfel)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat mit Botschaft vom 25. April Fördergelder von insgesamt 4,67 Millionen Franken zu Lasten des Lotteriefonds zu sprechen. Das Geld soll für 66 Beiträge an Projekte oder Programme aus den Bereichen Umwelt- und Denkmalschutz, Kultur, Bildung und Soziales verwendet werden.

Es handelt sich bei den 66 beantragten Beiträgen um eine erste Tranche für dieses Jahr. Unter den Empfängern sind auch Institutionen und Personen aus dem Toggenburg. Den Entscheid über die Beiträge fällt der Kantonsrat. Erfahrungsgemäss genehmigt er die meisten Gesuche, die der Regierungsrat vorschlägt.

Das Eidgenössische Ländler-Grossformationenfest findet im September in Wattwil statt. Es soll aus dem Lotteriefonds eine Defizitgarantie von 10'000 Franken erhalten. Fast 40 Schwizerörgeli-Grossformationen aus der ganzen Schweiz würden sich während dreier Tage in Wattwil treffen, schreibt der Regierungsrat. Er begrüsst die Durchführung eines Festes mit landesweiter Ausstrahlung im Kanton St.Gallen. Die Kosten des Treffens der Ländler-Grossformationen dürften 167 000 Franken betragen. Laut der Botschaft des Regierungsrats werden insgesamt 17 000 Zuhörer erwartet.

Schaugarten in Wildhaus soll dauerhaft werden

Es gibt aber noch weitere Projekte aus dem Toggenburg, die aus dem Lotteriefonds Geld erhalten sollen. 60'000 Franken gehen an das Projekt Kiss Toggenburg. Dabei leisten Personen Dienste und sparen damit ein Zeitguthaben an. Wenn sie selber älter geworden sind und Hilfe benötigen, können sie das Guthaben wieder einlösen. Die Botschaft des Regierungsrats spricht von einer vierten Säule der Vorsorge. Der Aufbau der Kiss Genossenschaft Toggenburg soll über fünf Jahre verteilt 415'000 Franken kosten. Die Gemeinde Lichtensteig hat 50'000 Franken als Zustupf in Aussicht gestellt.

Der Verein Reformationsjubiläum Toggenburg hat in Wildhaus einen Schaugarten angelegt. Dieser zeigt, welche Nahrungsmittel um 1500, als die Warmzeit des Mittelalters zu Ende ging, den Menschen im Obertoggenburg zur Verfügung standen. Nun solle der Schaugarten an die zwing­lianische Gesellschaft übergehen und bis 2021 zur permanenten Ausstellung ausgebaut werden, schreibt der Regierungsrat. Er beantragt einen Zustupf aus dem Lotteriefonds in der Höhe von 18 000 Franken. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 110'000 Franken.

Das Jugendorchester Wil und der Cäcilienchor Kirchberg studieren im Projekt Popsanto II erneut ein Programm mit geistlicher und weltlicher Musik ein. Aufführungen wird es in Kirchberg, Wil und St.Gallen sowie ausserhalb des Kantons geben. Der Regierungsrat beantragt einen Zustupf von 15'000 Franken an die Gesamtkosten von 98'000 Franken.

Der Komponist Paul Huber ist 1918 in Kirchberg geboren und hat dort die ersten Lebensjahre verbracht. Zum 100. Geburtstag will die Paul-Huber-Gesellschaft ein neues und vollständiges Werkverzeichnis erarbeiten lassen. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, die Publikation mit einem Beitrag von 10'000 Franken zu unterstützen.

Die Vereine Kunsthalle[n] Toggenburg und Arthur Junior sollen für eine erstmalige gemeinsame Aktion einen Beitrag von 14'000 Franken an die Kosten von 60'000 Franken erhalten. Die Vereinigungen brächten Kunst zu den Menschen im Toggenburg und inszenierten diese auf überraschende Art, heisst es in der Botschaft. Acht Künstlerinnen und Künstler werden eingeladen, an drei Orten im Toggenburg Kunst zu präsentieren. Die Gemeinden und die Region unterstützen das Projekt mit weiteren 10'000 Franken.

Der 1964 in Wattwil geborene und in Basel lebende Künstler Emanuel Strässle befasst sich mit der Beziehung von Innen- und Aussenräumen. Er schafft Skulpturen und Installationen und fotografiert. Der Regierungsrat will ein geplantes Künstlerbuch mit einem Beitrag von 10'000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstützen. Der Regierungsrat betont, dass das Künstlerbuch ein eigenständiges Kunstwerk sei.

Zwei geschützte Gebäude aus dem Toggenburg

Im Bereich Denkmalpflege wird unter anderem die Renovation zweier Gebäude von kantonaler Bedeutung, die im Toggenburg stehen, unterstützt. Eines ist das Eckhaus Ebnater-/Bahnhofstrasse auf dem ehemaligen Heber­lein-Areal in Wattwil. Das Haus mit Baujahr 1864 bis 1866 sei ein Zeuge der Wattwiler und der Toggenburger Industriegeschichte, heisst es in der Begründung. An die Kosten der Restaurierung der Aussenhülle zahlt der Kanton 68'200 Franken.

Die Renovation und Innenreinigung der neugotischen katholischen Kirche in Bazenheid will der Regierungsrat mit 92'700 Franken fördern. Die Gesamtkosten dürften eine Million Franken knapp übersteigen. Es handle sich um einen qualitätsvollen und weithin sichtbaren Sakralbau von regionaler Bedeutung, schreibt der Regierungsrat. Unter anderem ist eine Fassadenrenovation vorgesehen.

Auf Gesuche aus dem Bereich Denkmalpflege entfallen Beträge von 1,543 Millionen Franken, rund ein Drittel aller Förderbeiträge. Am teuersten ist mit fast 600'000 Franken der Umbau und die Umnutzung der alten Textilfabrik Stoffel, Mels. Bei Objekten von kantonaler Bedeutung beträgt der Zustupf aus dem Lotteriefonds 40 Prozent der beitragsberechtigten Kosten.

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