Löschen mit Wasser, Schaum und Pulver

WALZENHAUSEN. Die einzige Jugendfeuerwehr in Appenzell Ausserrhoden zeigt an ihrer öffentlichen Übung in Walzenhausen dreifachen Brandschutz. Nebst der Brandbekämpfung lernen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr auch, sich in ein Team zu integrieren.

Isabelle Kürsteiner
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Die Jugendfeuerwehr von Walzenhausen demonstriert ihr Können. (Bild: iks)

Die Jugendfeuerwehr von Walzenhausen demonstriert ihr Können. (Bild: iks)

Vor 18 Jahren gründete Gemeinde- und Kantonsrat Peter Gut die Jugendfeuerwehr Walzenhausen. «Ich bin stolz, dass es die Jugendfeuerwehr noch gibt, denn es braucht Einsatz in der Freizeit», erklärt der Präsident der Feuerschutzkommission. «Ich hatte Jugendfeuerwehren in Deutschland und Österreich gesehen. Damals hatte ich selbst Kinder in diesem Alter, die gerne in die Pfadi gegangen wären. In Walzenhausen existierte aber kein solcher Verein. Ich dachte mir, dass eine Jugendfeuerwehr ein guter Ersatz mit in unserer Gemeinde schon vorhandenen Mitteln wäre.» Peter Gut dankte auch dem Kanton für die Unterstützung durch die Assekuranz und der Gemeinde, dass die Jugendfeuerwehr das Material der Feuerwehr von Beginn weg benützen durfte.

In Gruppe integrieren

Feuerwehrinspektor AR/AI Robert Fässler, selbst vor Ort, zeigte sich überzeugt von der Jugendfeuerwehr. «Junge lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren. Die Teambildung ist heutzutage ein wichtiger Punkt, denn es gilt die Kameradin und den Kameraden zu respektieren. Ausserdem ist die Mitgliedschaft ein präventiver Brandschutz, denn die Kinder und Jugendlichen lernen die Gefahren rund um das Feuer kennen.» Die Assekuranz Ausserrhodens stehe voll hinter diesem Projekt, weil es eine sehr sinnvolle Beschäftigung sei, weshalb sie die Jugendfeuerwehr Walzenhausen auch finanziell unterstütze. «Hut ab vor dem grossen Freiwilligeneinsatz des Leiterteams. Ich komme jedes Jahr an diese Schlussübung», sagt Paul Reifler, einst Feuerwehrkommandant von Walzenhausen.

Das Gemisch muss stimmen

Während der Jahresschlussübung im Gaismoos lernten die Kinder ab der dritten Klasse den Umgang mit Schaum. Anschliessend konnten sie das Löschen mit Wasser, Schaum und Pulver vergleichen, um zuletzt in einer kurzen Übung einen Schaumteppich zu legen und gefährdete Fässer mit Wasser zu kühlen. Für die Lektion verantwortlich zeigte sich der Ende Jahr abtretende Kommandant Sven Gerig.

Die Freude und der Eifer war den Aktiven förmlich anzusehen. Da wurde eine Wasserleitung gelegt, dort galt es den Schaum gut zu dosieren, denn vom vorangehenden theoretischen Teil wussten nun alle, dass ein guter Schaumteppich nur dann entsteht, wenn das Gemisch Schaum, Wasser und Luft stimmt. Dann erst löscht der Teppich brennende Flüssigkeiten.

Gute Basis für später

In der Regel hören die Jugendlichen im Alter von 16 Jahren auf mit der Jugendfeuerwehr. Die Hoffnung, dass der eine oder andere mit zwanzig in die Feuerwehr eintreten wird, ist berechtigt. Auch der Kommandant Stellvertreter ab 2015, Jann Lenggenhager, war Mitglied der Jugendfeuerwehr.