Lockerungen
«Ich sorge mich um die psychische Gesundheit der Leute»: Die Innerrhoder Regierung fordert die Öffnung von Restaurants per 1. März

Die Standeskommission ist mit der vom Bundesrat vorgeschlagenen Lockerung der Coronamassnahmen nur teilweise einverstanden. Restaurants sollen am 1. März öffnen dürfen. Die Regierung verlangt zudem eine sofortige Öffnungsstrategie. In diesen Prozess sollen die Kantone frühzeitig einbezogen werden.

Mea McGhee
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Restaurants sollen ab März wieder Gäste empfangen dürfen.

Restaurants sollen ab März wieder Gäste empfangen dürfen.

Bild: Alexandra Wey/Key

Für die Standeskommission geht die vom Bundesrat am Mittwoch vorgeschlagene schrittweise Öffnung zu wenig weit. Gemäss einer Medienmitteilung fordert die Innerrhoder Regierung den Bundesrat dringlich auf, die Innen- und Aussenbereiche der Restaurants schon per 1.März zu öffnen. Die aktuelle Lage lasse diesen Schritt zu. Unter Einhaltung strenger Schutzkonzepte sei eine Öffnung möglich und richtig.

Landammann Roland Inauen sagt:

«Die Spitäler sind entlastet, der R-Wert ist tief. Dies sollte die Öffnung der Restaurants ermöglichen. Natürlich müssen die Schutzkonzepte eingehalten werden. Wichtig ist es, viele Tests zu machen und die Impfungen voranzutreiben.»

Der Landammann verweist auf die Stimmung in der Bevölkerung. «Die Menschen leiden. Viele sind extrem dünnhäutig, das spüre ich in Gesprächen. Ich sorge mich um die psychische Gesundheit der Leute.»

Roland Inauen, Landammann AI.

Roland Inauen, Landammann AI.

Bild: SGT

Nachdem die Zahl der Neuansteckungen in den letzten Monaten gesunken ist, schlägt der Bundesrat eine vorsichtige, schrittweise Öffnung vor. Ab dem 1. März sollen Läden, Museen und Lesesäle von Bibliotheken wieder öffnen können, ebenso die Aussenbereiche von Zoos, botanischen Gärten sowie Sport- und Freizeitanlagen. Im Freien sollen private Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen wieder erlaubt sein. Zudem sollen Jugendliche bis 18 Jahre wieder den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können.

Altersgrenze von 18 auf 20 Jahre anheben

Nebst der Öffnung der Restaurants beantragt die Standeskommission gemäss Communiqué, die Altersgrenze im Bereich Sport und Kultur von 18 auf 20 Jahre anzuheben, zumal die Altersgrenze von 20 Jahren jener im J+S-Bereich entspricht.

Weiter wünscht die Standeskommission, dass der Bundesrat zügig eine Öffnungsstrategie erarbeitet, die über den Sommer 2021 hinausreicht. Die Kantone sollen sich in diesen Prozess frühzeitig einbringen und zur Strategie mit angemessener Frist Stellung nehmen können. Öffnungen könnten auch regional erfolgen, so Roland Inauen. Die Ostschweizer Kantone würden sich diesbezüglich absprechen.