Speicher eröffnet Treff für alle Generationen

An der Buchenstrasse 5 in Speicher wurde ein Lokal eröffnet, das Begegnungen zwischen den Generationen ermöglichen soll. Die Idee stammt von der Gemeinde, Auslöser war aber die Schliessung des Bahnschalters.

Astrid Zysset
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Die Macher hinter Buchen 5: Natalia Bezzola, Gemeinderätin, Monika Gubler, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus», Ursula Schoch Hudovernik, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus», Maria Gavric, Gast, und Sonja Schläpfer, Mitglied der Betriebsgruppe. Auf dem Foto fehlt Gerald Hudovernik, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus». (Bild: ASZ)

Die Macher hinter Buchen 5: Natalia Bezzola, Gemeinderätin, Monika Gubler, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus», Ursula Schoch Hudovernik, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus», Maria Gavric, Gast, und Sonja Schläpfer, Mitglied der Betriebsgruppe. Auf dem Foto fehlt Gerald Hudovernik, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus». (Bild: ASZ)

An den Wänden hängen die Neujahrsblätter der Gemeinde, auf dem grossen Tisch liegen Nüsse und Mandarinen. Jede Besucherin und jeder Besucher ist willkommen, kann sich an den Tisch zu den andern setzen und anfangen zu plaudern. «Wir sind wirklich gespannt, wie unser Angebot anläuft», so Gemeinderätin Natalia Bezzola. Vergangenen Montag wurde an der Buchenstrasse das sogenannte «Buchen 5» eröffnet.

Dieses Lokal hat zum Ziel, ein Treffpunkt für alle Generationen im Dorf zu werden. Die Generationenkommission hat hierfür schon länger einen passenden Standort gesucht und ihn nun in den ehemaligen Räumlichkeiten des Wollenlädelis «Fantasia» gefunden. Die Gemeinde bezahlt die Miete. «Wir sehen das Lokal als unentgeltlichen Mehrzweckraum für die Bürgerinnen und Bürger», so Bezzola. Kleine Anlässe oder Sitzungen können hier abgehalten werden. Platz gibt es für bis zu 45 Personen. «Es ist ideal für Events, bei welchen es in den eigenen vier Wänden zu eng werden würde», fasst Monika Gubler, Mitglied der Arbeitsgruppe «Dorfleben plus», zusammen. Anlässe in Speicher werden derzeit im Buchensaal oder in Restaurants abgehalten. Der Buchensaal ist jedoch eher für eine grössere Anzahl Gäste ausgelegt. Und als Konkurrenz zu den Restaurants sieht sich das Buchen 5 nicht. «Bei uns wird bewusst nur Kaffee angeboten. Keine weiteren Getränke oder Esswaren sind erhältlich. Das müssten die Besucherinnen und Besucher selbst mitbringen», so Bezzola. Zur Verfügung stehen im Buchen 5 lediglich Tische, Stühle, W-Lan, ein Beamer und ein Flipchart.

Räumlichkeiten als «echter Glücksfall»

Bereits haben einige Vereine ihr Interesse an den Räumlichkeiten bekundet. Der Neujahrsapéro der Lehrer wird hier durchgeführt genauso wie kleinere Anlässe der Pfadi oder des Theatervereins. Die Buchungen laufen über einen Doodle-Link, der ab dem 18. Dezember auf der Gemeindehomepage aufgeschaltet wird. Die Gemeinde selbst hat eine Betriebsgruppe einberufen, welche aus Mitgliedern der Generationenkommission besteht. Sie sorgt für den reibungslosen Ablauf im Buchen 5. «Wer weiss, vielleicht organisieren wir auch einmal selbst Anlässe», sinniert Sonja Schläpfer. Aber vorerst wolle man schauen, wie alles anläuft. Die Erwartungen sind gross. «In der Gemeinde gibt es keinen solch zentralen Ort, an welchem man sich ungezwungen treffen kann», so Bezzola. «Das Bedürfnis besteht jedoch. Darum sind die Räumlichkeiten ein echter Glücksfall.» Mitte 2019 will der Gemeinderat Bilanz ziehen, und schauen, auf welche Resonanz das Angebot gestossen ist.

Informationen für alle Lebenslagen

Dass es jetzt tatsächlich eine Lokalität zum ungezwungenen Treffen gegeben hat, geht auch auf die Schliessung des Bahnschalters zurück. Rückblick: Ende März setzten sich einzelne Bürgerinnen und Bürger zur Wehr und lancierten eine Petition. Ohne Erfolg. Die Appenzeller Bahnen hielten an ihrem Entschluss fest. Tickets müssen fortan online oder in der Bäckerei Böhli beim Bahnhof bezogen werden. «Das Personal dort hat aber kaum Zeit für eine umfassende Beratung», findet Ursula Schoch Hudovernik. Zusammen mit Monika Gubler und ihrem Mann Gerald Hudovernik hat sie darum – in Absprache mit dem Gemeinderat –die Arbeitsgruppe «Dorfleben plus» gegründet. Diese ist der Generationenkommission angeschlossen. Die Arbeitsgruppe hat zum Ziel, einen Info-Point zu organisieren. Doch dafür brauchte es ein Lokal. Donnerstagnachmittags von 14 bis 17 Uhr steht die Gruppe deshalb im Buchen 5 bereit, um Fragen zu beantworten. Nicht ausschliesslich zum Bahnverkehr. «Wir sind auch Ansprechpersonen für Neuzuzüger, geben Auskunft zu Ärzten, Krippen oder auch zum Vereinsleben», fasst Gubler zusammen.

Hinweis

Das «Buchen 5» ist ab dem 17. Januar regelmässig am Donnerstagnachmittag geöffnet.