Literatur
Der Hundwiler Andreas Löhrer hat einen Kriminalroman geschrieben – die Handlung spielt zum grossen Teil im Appenzellerland

Acht Jahre lang hat der Hundwiler Andreas Löhrer an seinem Kriminalroman gearbeitet. Nun konnte der 52-jährige Fachhochschulprofessor das Buch veröffentlichen. «Wie die Katze» spielt zu einem grossen Teil im Appenzellerland, sei aber dennoch kein typischer Regiokrimi, wie der Autor sagt.

Claudio Weder
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Andreas Löhrer ist Fachhochschulprofessor und Krimiautor.

Andreas Löhrer ist Fachhochschulprofessor und Krimiautor.

Bild: Claudio Weder

Andreas Löhrer war damals mit seiner Familie im Urlaub in Südfrankreich, als er spontan auf die Idee kam, einen Krimi zu schreiben. Nun, acht Jahre später, hat er sein Projekt vollendet: «Die ersten gedruckten Exemplare konnte ich kürzlich in Empfang nehmen», freut sich der 52-Jährige. «Wie die Katze», so der Titel seines 370 Seiten umfassenden Erstlings, ist ab sofort als Taschenbuch oder E-Book im Buchhandel oder direkt beim Autor erhältlich.

Die Handlung beginnt an jenem Ort, wo der Autor seine Kindheits- und Jugendjahre verbrachte und wo er seit 1997 gemeinsam mit seiner Familie wieder wohnt: im beschaulichen Hundwil. Dort wird eines Nachts der bekannte Strafverteidiger Sven Glanzmann tot im Wald aufgefunden. Weil Spuren und Motive fehlen, beisst sich die Ausserrhoder Kantonspolizei am Mordfall die Zähne aus. Zur selben Zeit geht die Bundeskriminalpolizei der Ermordung eines Linksaktivisten im Jura nach. Die beiden Mordfälle scheinen vorerst nichts miteinander zu tun zu haben – bis sich die Wege der ermittelnden Behörden kreuzen.

Kein typischer Regiokrimi

«Ich wollte einfach eine spannende Geschichte schreiben», sagt Löhrer, der sich seit der Primarschule für Kriminalromane fasziniert und in seinem Leben schon Hunderte davon gelesen hat. Die Idee für ein Verbrechen war denn auch schnell gefunden. Was ebenfalls von Anfang an klar war:

«Es sollte kein klassischer Regiokrimi werden, bei welchem die Kommissare Bratwürste essen und Appenzeller Alpenbitter trinken.»

Zwar spielt die Geschichte zu einem grossen Teil im Appenzellerland – neben Hundwil kommen auch Herisau, Schönengrund und Urnäsch vor –, doch der Rest sei Fantasie. Die Handlung könne also genauso gut an einem anderen Ort stattfinden, sagt der Krimifan. Auch die Figuren treten nicht unbedingt als typisch appenzellisch oder schweizerisch auf. Mit gutem Grund: «Das Buch soll letztlich auch ausserhalb der Schweiz Anklang finden», so Löhrer.

Nach den ersten Schreibversuchen habe er jedoch schnell bemerkt, dass ein gutes Verbrechen allein noch keinen guten Krimi ausmacht: «Man muss sich auch Gedanken machen über das Genre, die Charaktere und Lebensläufe der Protagonisten sowie die Erzählperspektive.» Und nicht zuletzt müsse die Geschichte stimmig, spannend und glaubwürdig sein.

«Man muss den Leser hinters Licht führen, falsche Fährten legen, ohne dass diese zu offensichtlich sind.»

So kam es, dass sich die Arbeit an seinem Buch über mehrere Jahre hinzog. Löhrer hat den Plot immer wieder überarbeitet, Figuren ausgetauscht oder Szenen neu geschrieben, weil er Brüche in der Logik entdeckte. Er holte sich Tipps in Lehrbüchern, analysierte die Schlüsselszenen berühmter Krimis, führte Interviews mit Psychiatern und Polizeibeamten und liess seinen Entwurf zu guter Letzt von kritischen Testlesern beurteilen. «Ich bin ein rational denkender Mensch. Daher war es mir wichtig, dass die Geschichte möglichst realistisch daherkommt.»

Professor, Autor und Verleger

Seit 2009 ist Andreas Löhrer am Institut für Unternehmensführung an der «OST – Ostschweizer Fachhochschule» tätig, seit 2012 als Professor. Er leitet dort unter anderem die beiden Programme «Executive MBA» und «Master of Advanced Studies in Business Administration». Das Schreiben ist für Löhrer reines Hobby. «Ich muss damit kein Geld verdienen», sagt er. Aus diesem Grund habe er seinen Krimi auch im Eigenverlag herausgeben wollen. Drucken lässt er die Bücher «on demand» über einen Self-Publishing-Anbieter in Deutschland, Marketing und Vertrieb übernimmt er selber.

Verleger und Autor gleichzeitig zu sein, sei zwar herausfordernd und zeitintensiv. Doch Löhrer sieht es als eine Art Weiterbildungsprojekt: «Es ist spannend, wenn man die Entstehung eines Buches von der Idee bis zur Veröffentlichung begleiten kann. Ich habe in den vergangenen acht Jahren unheimlich viel gelernt.» Ob noch ein weiterer Krimi folgen wird, lässt der 52-Jährige offen. Aber: «Erste Ideen für ein zweites Buch wären bereits vorhanden.»

Andreas Löhrer: «Wie die Katze», Kriminalroman, 372 Seiten, ISBN: 978-3-7531-1372-2. Erhältlich im Buchhandel oder über www.wiediekatze.ch.