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Kommentar

Zweiter Frauensitz in Innerrhoder Regierung: Lippenbekenntnisse genügen nicht

Der Zeitpunkt in Appenzell Innerrhoden wäre gut, um über eine Wiederbelebung des Frauenforums nachzudenken. Leitartikel zur Frauenfrage in der Innerrhoder Standeskommission.
Roger Fuchs
Braucht es einen Ersatz für die Standeskommission, wie im kommenden Jahr, wird die Landsgemeinde immer besonders interessant. (Bild: Michel Canonica (29. April 2018))

Braucht es einen Ersatz für die Standeskommission, wie im kommenden Jahr, wird die Landsgemeinde immer besonders interessant. (Bild: Michel Canonica (29. April 2018))

Mehrere Innerrhoder Politikerinnen erhoffen sich mehr Frauenpower in der Standeskommission. Was öffentlich kaum thematisiert wird: Der Wunsch nach mehr als nur einer weiblichen Vertretung in der Regierung ist real. Nächste Chance dazu bietet sich an der Landsgemeinde 2019, wenn der Sitz von Landammann Daniel Fässler neu besetzt werden muss. Dabei steht auch eine mögliche Rochade im Raum. Frau Statthalter Antonia Fässler wird attestiert, die Kriterien für eine Frau Landammann zu erfüllen. Das Gesundheitsdepartement könnte sie behalten. Äussern dazu will sie sich aktuell nicht.

Fakt ist: Soll eine zweite Frau in die Regierung gewählt werden, braucht es zwingend auch entsprechend willige Frauen. Fähige Frauen zumindest gebe es durchaus, heisst es von allen Seiten. Eigentlich schade, fehlt den Innerrhoder Frauen vor diesem Hintergrund eine eigene starke Lobby. Diese haben sie vor drei Jahren abgeschafft. An einer Hauptversammlung des Frauenforums wurde damals entschieden, die Politgruppierung aufzulösen. Es sei immer schwieriger geworden, Frauen zu motivieren, sich politisch zu engagieren oder auch nur im Vereinsvorstand mitzuwirken, hiess es in der Begründung. Zudem würden sich viele Frauen nicht exponieren wollen.

Standfest bleiben und Ziel konsequent verfolgen

Der Zeitpunkt könnte günstig sein, die Situation neu zu beurteilen. Dabei helfen kann die Erinnerung an den Kampf zur Einführung des Frauenstimmrechts. Auch wenn es am Schluss das Bundesgericht brauchte, reine Lippenbekenntnisse hätten damals garantiert nichts bewirkt. Es galt, standfest zu bleiben und das Ziel konsequent zu verfolgen. Eine Wiederbelebung des Frauenforums könnte deshalb hilfreich sein auf dem Weg zum gewünschten zweiten Sitz in der Standeskommission. Auch die älteste Partei Innerrhodens, die Gruppe für Innerrhoden (GFI), kämpfte in ihren Anfangsjahren fast ausschliesslich für die Einführung des Frauenstimmrechts. Vielleicht wäre diese einst vom Reformdrang angetriebene Gruppierung um den heutigen Präsidenten Josef Manser an ihren Gründungsschwerpunkt zu erinnern und somit als Mitstreiter für einen zweiten Frauensitz zu gewinnen.

Auf jeden Fall dürfte es nicht ausreichen, einfach darauf zu hoffen, dass Parteien und Verbände es schon gut machen und in ihren Reihen Frauen für die Standeskommission motivieren. Wenn die Zeit für eine zweite Frau in der Innerrhoder Standeskommission tatsächlich reif sein soll, wie es dieser Tage einige Politfrauen bekunden, dann gilt es aktiv zu werden und sich zu organisieren. Liebe engagierte Frauen und frauenfreundliche Männer: Sucht weitere fähige Frauen, macht ihnen mit der eigenen Erfahrung Mut und unterstützt sie. Denn eins ist gewiss: Nur wer zusammensteht, hat die Chance auf Erfolg. Schliesslich ist es kein Geheimnis, dass in den Köpfen einiger Innerrhoder Männer bis heute die Sehnsucht lebt, wieder zu einer Landsgemeinde ohne Frauen zurückzufinden. Solche werden auch keine zweite Frau in die Regierung wählen. Dazu braucht es die Frauen selbst.

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