Liebe Redaktion

Ist Ihnen auch aufgefallen, wie in den letzten Wochen bei uns getrimmert, geblasen und gesägt wurde? An allen Strassenborden, an Strassen-, Wiesen- und Spielplatzrändern wurden die letzten Grasreste mit dem Fadenmäher weggeschlagen, einem Gerät, das heute offensichtlich zum festen Inventar eines

Ihr Röbi Rohner
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Ist Ihnen auch aufgefallen, wie in den letzten Wochen bei uns getrimmert, geblasen und gesägt wurde? An allen Strassenborden, an Strassen-, Wiesen- und Spielplatzrändern wurden die letzten Grasreste mit dem Fadenmäher weggeschlagen, einem Gerät, das heute offensichtlich zum festen Inventar eines jeden Hauswarts und eines jeden Einfamilienhausbesitzers gehört. Auf allen Wiesen bis hoch auf die Voralpen wurde das letzte Emd gemäht und mit dem Gebläse zusammengebracht, einem Gerät, das heute offensichtlich zum festen Inventar eines jeden Bauern gehört. Und seit es einmal frostig war, wird das Gebläse jetzt dazu verwendet, Laub umständlich zu einem Haufen zusammen zu bringen. Offensichtlich gehört das Gebläse mittlerweile auch zum festen Inventar eines jeden Hausbesitzers. Und überall wurden alle störenden und nicht störenden Sträucher und Bäume mit einer Kettensäge zurückgeschnitten oder gefällt.

Und all dies geschah und geschieht mit ohrenbetäubendem Motorenlärm!

In einem E-Mail im Spätsommer habe ich mich mit Rasenmähern und den lautlosen Rasenrobotern befasst. Herr W. B. aus Herisau hat dann in einem Leserbrief an die Appenzeller Zeitung festgestellt, dass überall geputzt wird, Rasen gemäht und Sträucher geschnitten werden und vor allem viel mit dem lärmigen Laubbläser gearbeitet wird. Er ging davon aus, dass auch ich als Schulhaus-Abwart einen Laubbläser besitze und fragte, ob es auf dem Markt denn keine lautlosen Geräte gebe, «die uns von dem nervigen Lärm entlasten».

Lieber Herr W. B., natürlich gibt es sie. Ich bin halt noch ein Ewiggestriger und verwende anstelle des Trimmers die Sense oder die Sichel, anstelle des Gebläses einen Besen oder einen Rechen, anstelle eines Saugers Schaufel und Besen und anstelle einer Kettensäge eine Bügelsäge oder einen Fuchsschwanz.

Lärm darf die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht stören, heisst es im Bundesgesetz über den Umweltschutz. Und nach der Lärmschutzverordnung müssen die Aussenlärmemissionen von beweglichen Geräten und Maschinen, also von Trimmern, Gebläsen, Saugern und Sägen, soweit begrenzt werden, «als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist.» Mein ganz einfacher Vorschlag wäre, eine kleine Änderung in dieser Verordnung vorzunehmen und diesen einen Halbsatz zu ersetzen mit folgender Formulierung: «Die Lärmemissionen von beweglichen Geräten und Maschinen dürfen den Lärm ihrer motorlosen Vorgängerprodukte nicht übersteigen.» Der Trimmer wäre dann etwa gleich laut wie die Sense, das Gebläse wie der Rechen, die Motorsäge wie der Fuchsschwanz …

* Der fiktive Röbi Rohner wohnt in Appenzell Ausserrhoden. Er ist ein sehr aufmerksamer Zeitungsleser. Immer, wenn er sich freut oder ärgert, schreibt er der Redaktion ein E-Mail. Wir publizieren diese Mails.

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