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Liebe Redaktion

Es begann so friedlich, und am Schluss ärgerte ich mich grauenhaft: Rösli und ich hatten vereinbart, unseren alten Göppel aufzugeben und das besondere Kontrollschild, mit dem schon mein Vater rumgefahren war, unserem Sohn zu seinem runden Geburtstag zu schenken.
Ihr Röbi Rohner

Es begann so friedlich, und am Schluss ärgerte ich mich grauenhaft: Rösli und ich hatten vereinbart, unseren alten Göppel aufzugeben und das besondere Kontrollschild, mit dem schon mein Vater rumgefahren war, unserem Sohn zu seinem runden Geburtstag zu schenken. Für solche Übertragungen muss man ein Formular ausfüllen und 200 Franken bezahlen. Ich ging also dieser Tage zum Strassenverkehrsamt am Landsgemeindeplatz in Trogen mit Nummer und Fahrzeugausweis. Das Weitergeben von Kontrollschildern sei seit Anfang Juni nicht mehr möglich, sagte die Frau am Schalter und erklärte mir, dass der Regierungsrat eine Verordnung leicht geändert habe. Ich wurde stutzig.

Die Verordnung ist der Gebührentarif zum EG SVG, erläuterte sie mir, also der Gebührentarif zum Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über den Strassenverkehr. Und geändert hat der Regierungsrat Art. 12 lit. d, indem er «Kontrollschildübertragung, Kontrollschildwechsel gegen Abtretungserklärung 200 Franken» einfach gestrichen hat. Wer also seine Autonummer nicht mehr braucht und sie einem Verwandten oder Bekannten übertragen will, kann dies seit dem 1. Juni 2016 nicht mehr tun. Jetzt war ich verärgert. Über diese Verordnungsänderung hatte ich in der Appenzeller Zeitung gar nichts gelesen.

Später kam mir dann in den Sinn, dass der Kanton seit März die Kontrollschilder 1 bis 200 und «auch andere attraktive und begehrenswerte Nummern» über das Internet versteigert. Das wiederum stand sehr ausführlich und bebildert in der Appenzeller Zeitung. Der Regierungsrat habe dafür extra eine Verordnung erlassen. Wie viele und welche Kontrollschilder bei den einzelnen Versteigerungen angeboten werden, wie lange eine Versteigerung dauert und welches der Mindestpreis ist, bestimme das Strassenverkehrsamt. Gemäss Ihrer Zeitung sind bei den bisherigen Versteigerungen nebst Lieblingsnummern und besonderen Zahlen wie Jahrgang einstellige Nummern zu stattlichen Preisen ersteigert worden. Die AR 1 brachte es gar auf 69 000 Franken.

Da wird also seit März mit der Versteigerung von «attraktiven und begehrenswerten Nummern» für den Kanton Geld beschafft, und während dieses Spiels werden die Spielregeln geändert. Denn eine Übertragung ist seit dem 1. Juni 2016 sowohl für alte Nummernbesitzer wie auch für die neuen Ersteigerer unmöglich. Wer also seine alte liebgewordene Nummer oder seine neu ersteigerte einem Kind oder einem Dritten übergeben will, der bekommt eine grosse Zwei auf den Rücken. Wenn der Kanton schon neue Geldquellen sucht, hätte er ja einfach die Übertragungsgebühr erhöhen können.

Über all das war weder in der Appenzeller Zeitung, noch auf der Homepage des Kantons, nicht einmal in der Medienmitteilung, mit der der Kanton die Versteigerung anpries, etwas zu lesen. Das grenzt schon an einen Bschiss.

* Der fiktive Röbi Rohner wohnt in Appenzell Ausserrhoden. Er ist ein sehr aufmerksamer Zeitungsleser. Immer wenn er sich freut oder ärgert, schreibt er der Redaktion ein E-Mail. Wir publizieren diese Mails.

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