Liebe Redaktion

Da kam mir kürzlich der neue Staatskalender von Appenzell Ausserrhoden in die Hände, und ich begann intensiv darin zu blättern.

Ihr Röbi Rohner
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Da kam mir kürzlich der neue Staatskalender von Appenzell Ausserrhoden in die Hände, und ich begann intensiv darin zu blättern. Der Staatskalender ist auf fast 130 Seiten das Orientierungshandbuch oder die Gebrauchsanweisung für die Verwaltung vom Kanton und den Gemeinden, quasi das GPS für Behörden und Kommissionen, für Administration und Bürokratie, und wird jährlich herausgegeben.

Beim Schmökern im neuen Staatskalender ist mir auf den ersten Seiten gleich folgendes aufgefallen: Köbi Frei ist bereits seit 2003 und damit seit 13 Jahren Regierungsrat, Marianne Koller seit 2005 (elf Jahre im Regierungsrat) und Matthias Weishaupt seit 2006 (zehn Jahre im Regierungsrat).

Und dann ist mir in den Sinn gekommen, dass im Frühjahr 2014 in einer Volksabstimmung unsere Kantonsverfassung geändert worden ist. Mit dieser Revision sind der Regierungsrat von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert, das Hauptamt durch ein Vollamt und die Altersbeschränkung durch eine Amtszeitbeschränkung ersetzt worden. Letzteres heisst, dass Mitglieder des Regierungsrates dreimal wiedergewählt werden können und die maximale Amtszeit demnach 16 Jahre beträgt. Und revidiert worden ist auch die Amtsdauer des Landammanns. Sie beträgt neu zwei Jahre.

Im März vor einem Jahr haben wir dann zum ersten Mal eine fünfköpfige Regierung gewählt, und zwar für die Amtsperiode 2015 bis 2019, und Matthias Weishaupt zum Landammann für die Dauer von 2015 bis 2017.

Und dann beim Studium des Staatskalenders ist mir klar geworden: Köbi Frei, Marianne Koller und Matthias Weishaupt sind 2007, 2011 und 2015, also dreimal, wiedergewählt worden und müssen am 31. Mai 2019 ihren Job aufgeben.

Paul Signer ist 2013 gewählt und 2015 wiedergewählt worden. Er könnte sich also 2019 erneut einer Wahl stellen. 2019 aber wird Paul Signer 64 Jahre alt, steht also kurz vor seiner Pensionierung. Er hat dann 13 Jahre lang das Berufsbildungszentrum Herisau geleitet und über 25 Jahre lang aktiv Politik gemacht, als Einwohnerrat, Kantonsrat, Gemeindepräsident und Regierungsrat und ist damit fast ein ganzes Berufsleben lang im Dienste der Öffentlichkeit gestanden. Und nicht ausgeschlossen ist, dass Paul Signer von 2017 bis 2019 noch zum Landammann gewählt wird und damit seine Karriere abschliesst.

Und was schliesse ich jetzt aus dem Blättern im Staatskalender? 2019, bei den nächsten Gesamterneuerungswahlen, müssen sicher drei, wenn nicht vier von fünf Regierungsräten ersetzt werden. Auf einen Tätsch geht dann viel Know-how und Erfahrung verloren. Und übrig bleibt einzig Benjamin Alfred Stricker, der seit letztem Jahr Regierungsrat ist – zusammen mit vier neu zu wählenden Regierungsratsanfängern. Wenn sich also in den nächsten Jahren nichts ändert, heisst es 2019: «Alfred allein zu Haus» und «Auf zum fröhlichen Regierungsrats-Wettkampf!»

* Der fiktive Röbi Rohner wohnt in Appenzell Ausserrhoden. Er ist ein sehr aufmerksamer Zeitungsleser. Wenn er sich freut oder ärgert, schreibt er der Redaktion ein E-Mail. Wir publizieren diese Mails.