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Liebe Redaktion

E-Mail von Röbi Rohner
Röbi Rohner

Zum Ende meiner ordentlichen Schulzeit – was allerdings schon lange her ist – verbrachte meine Familie einige Tage in London. Noch heute weiss ich, was mich damals ungemein faszinierte: die unendlich vielen, unförmigen, schwarzen Taxis und die roten Doppelstöckerbusse. Die Begeisterung für Doppeldeckerfahrzeuge ist bis heute geblieben.

Ich war deshalb entsprechend beunruhigt, als ich in der «Appenzeller Zeitung» las, dass die vorhandenen Doppelstöcker, die Neoplan 14838 – 14841 und 44, in die Jahre gekommen seien und ersetzt werden müssten. Gibt es für meine liebgewordenen Doppeldecker auf der Hausstrecke von Heiden nach St. Gallen wieder Doppelstöcker? Oder werden sie durch «simple» Einstöcker, durch Niederflurbusse, Überlandbusse oder Busse mit Anhänger ersetzt?

Vor über einem halben Jahr kamen dann die ersten neuen Ersatzfahrzeuge auf der Durchmesserlinie Heiden–St. Gallen–Engelburg zum Einsatz: britische Doppelstöcker von Alexander Dennis, wie sie in der Schweiz noch nie verwendet wurden. Erinnerungen an meine Londoner Zeit kamen auf: voluminöse, kraftstrotzende und trotzdem elegant, ja stolz und schneidig wirkende Fahrzeuge mit schön gerundetem, fast aerodynamisch wirkendem Aufbau, grosse Fenster, drei bequeme Türen, die schnelles Ein- und Aussteigen gewährleisten. Ich war und bin auch nach einem halben Jahr noch begeistert. Auch das Urteil vieler Mitpassagiere fällt positiv aus. Einige finden zwar, bergauf und mit vielen Fahrgästen sei der Motor sehr laut. Andere vermissen die bei Bussen ansonsten obligatorischen Sicherheitsgurten. Und wer im ersten Stock und zuvorderst sitze und die Umgebung geniessen wolle, der sehe bei Regen rein gar nichts: die Scheibenwischer fehlten.

Gelegentlich hört man, die neuen britischen Busse, die auch in London und Schottland verkehren, seien nicht oder nur beschränkt wintertauglich. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es um Folgendes: Die zweite hintere Achse könne nicht – wie bei den Neoplans – angehoben und somit die Antriebsachse nicht zusätzlich belastet werden. Ketten könnten erst nach der hinterher erfolgten Vergrösserung der Radkästen überhaupt montiert werden, und es würden – im Gegensatz zu den Neoplans – die Schleuderketten zum problemlosen Anfahren auf ansteigender und schneebedeckter Strasse fehlen.

Was soll’s? Es sind erst drei von insgesamt 19 von der Region Ostschweiz der PostAuto Schweiz AG bestellten Doppelstöckern im Einsatz. Gewisse Anpassungen – etwa Spiegel für Rechts- und nicht für Linksverkehr oder eine heizbare Frontscheibe – können immer noch vorgenommen werden. Ich bleibe dabei und finde die Neuen «very british». Sie vermitteln mir bei jeder Fahrt ein bisschen Feriengefühl, vor allem auch dann, wenn jemand den Halteknopf drückt und vorne auf dem Display zu lesen ist: «Stop request». Charmanter kann man es nicht sagen: «Um Anhalten wird ersucht.»

Röbi Rohner

* Der fiktive Röbi Rohner wohnt in Appenzell Ausserrhoden. Er ist ein sehr aufmerksamer Zeitungsleser. Immer, wenn er sich freut oder ärgert, schreibt er der Redaktion ein E-Mail. Wir publizieren diese Mails.

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