Liebe beflügelt

Unter den Brautpaaren begegnen mir regelmässig Frauen und Männer, die sich an der Fasnacht kennengelernt haben. Ich finde es etwas Schönes, wenn aus ersten Begegnungen eine echte, partnerschaftliche Liebe wächst.

Josef Manser Pfarrer, Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg
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Die Fasnacht kann auch ein Ort der ersten Begegnungen sein. (Bild: Keystone)

Die Fasnacht kann auch ein Ort der ersten Begegnungen sein. (Bild: Keystone)

Unter den Brautpaaren begegnen mir regelmässig Frauen und Männer, die sich an der Fasnacht kennengelernt haben. Ich finde es etwas Schönes, wenn aus ersten Begegnungen eine echte, partnerschaftliche Liebe wächst. Nach der Fasnacht kommen fast jedes Jahr Menschen zu mir als Seelsorger, die Liebeskummer haben, unter Trennungsschmerz leiden oder sich ausgenutzt fühlen.

Liebe und Leid sind oft nahe beieinander. Kaum ein anderes Thema bewegt wie die Liebe. Gott ist die Liebe. Liebe weckt Kreativität und Tatkraft. Sie bewegt bis ins innerste Herz und lässt auch den Körper tanzen. Liebe fördert die Gesundheit; sie ist ein richtiges Lebenselixier. Liebe ist ein positives Gefühl, das wir unseren Mitmenschen, Tieren und der Schöpfung gegenüber empfinden.

Auch uns selber sollen wir in Liebe betrachten und annehmen. Ein Mangel an Liebe führt zu Frust, Depressionen und körperlicher Krankheit. Darum lohnt es sich, mindestens einmal im Tag für einige Minuten in sich zu gehen und der Liebe im Herzen, der starken, positiven Lebensenergie nachzuspüren, nachzufühlen.

Ein Mystiker fragte einmal seine Schüler: «Worin besteht die richtige Gottesverehrung?» Sie antworteten ihm: «Darin, dass man Gott liebt und seinen Nächsten wie sich selbst.» Der Meister schüttelte den Kopf: «Nicht darin, dass wir Gott und unseren Nächsten lieben. Wer meint, er liebe Gott und seinen Nächsten, der steht noch unter einem Zwang. So sollt ihr vielmehr sprechen: Ich glaube fest, dass Gott mich liebt.» Darin liegt die richtige Gottesverehrung. Ja zu sagen zum Leben, sich der Liebe Gottes immer wieder bewusst werden, tut gut. Wer sich angenommen weiss, steht im Leben. Wir Menschen dürfen glauben, dass Gott uns liebt.

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