Lichtensteigerin erste Regierungsrätin?

Vor 100 Jahren

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Das Toggenburger Tagblatt veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Das Toggenburger Tagblatt veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Vor 100 Jahren

25. September: Kanton St. Gallen. Der Regierungsrat nahm mit Befriedigung Kenntnis von einem Bericht des Volkswirtschaftsdepartements über die vollzogene Tilgung der Maul- und Klauenseuche im Weisstanner Alpgebiet. Nach Erlöschen der Seuche und gründlicher Desinfektion ist die Mission des ausserordentlichen Seuchenkommissärs erledigt und sind die militärischen Wachtposten aufgehoben worden. Der Kanton St. Gallen ist wieder völlig seuchenfrei.

2. Oktober: Toggenburg. Dem rapiden Barometersturz der letzten Tage ist nun starker Schneefall gefolgt. Der Schnee reichte heute morgen bis ins Tal hinunter. Ueber 1000 Meter Höhe siehts völlig winterlich aus.

6. Oktober: Wattwil. Der Webschule Wattwil wurde ein Legat von 2000 Fr. übermacht, als Andenken an Herrn Eugen Ritter sel., Privatier in St. Gallen. Dieser schöne Beweis des Wohlwollens wird um so dankbarer empfunden, als die Webschule bisher fast nie bedacht wurde bei Hinterlassenschaften. Und doch darf man sagen, dass dieses Institut auch seinen redlichen Teil beiträgt zum Wohle der Allgemeinheit. Der Stand seiner Finanzen und die vorgesteckten Ziele verbürgen grösste Dankbarkeit für alle Zuwendungen.

Vor 50 Jahren

27. September: Wattwil. Um die Mittagszeit spürten H. Held und seine Frau, Schreinerei am Thurdamm, Ebnaterstrasse 34a, Brandgeruch. Sie hielten Nachschau und benachrichtigten die Feuerwehr. Der in der Nähe wohnhafte Obmann des Korps der Feuerwehr, A. Rutz, erschien sogleich bei der Brandstätte und stellte eindeutig fest, dass in dem grossen Silo, in dem die Späne gelagert werden, ein Brandherd sein musste. Schnell wurde die Feuerwehr Wattwil über Telephon alarmiert. Zwei Gruppen zu zehn Mann, die immer auf Pikett stehen (sogenannte Telephongruppen), erschienen augenblicklich auf der Brandstätte. Diese wurde sogleich und zweckmässig organisiert, der Verkehr durch die Ebnaterstrasse zwischen Dorfplatz und Restaurant «Löwen» umgeleitet; eine Haus- sowie eine Hydrantenleitung wurden gelegt. Mit Gasschutzgeräten drangen hierauf die Feuerwehrleute in den Silo, nachdem sie die Silotüre geöffnet hatten und stiessen zum Brandherd vor. Sie erkannten, dass ein Kurzschluss in der Beleuchtungsanlage des Silos die Ursache des Brandes war und konnten in zweistündigem Einsatz den Brand löschen. Die rasche Entdeckung des Brandes und die zweckmässige Organisation des Einsatzes der Feuerwehr verhinderten eine grössere Katastrophe; einige Minuten später wäre das Silotor in Brand geraten.

29. September: Wattwil. Ein beachtenswerter Lichtbildervortrag auf wissenschaftlicher Grundlage, veranstaltet vom Verein für Volksgesundheit Wattwil, findet im Saale des Hotels «Jakobshof» statt. Als Referent spricht der bekannte westschweizerische Psychologe und Berater E. Ammon aus Neuveville. Thema: «Biorythmen und Lebenswellen – Schicksalsfaktoren unseres Lebens». Das im Bilde zu sehende Tatsachenmaterial beweist und dokumentiert die Bedeutung der inneren Lebens- und Kraftimpulse innerhalb der ganzen Natur. Uns interessiert besonders der Mensch. Hier setzt der Referent mit einem überwältigenden Beweismaterial ein, indem er uns zuerst das Wesen der Biorythmen erklärt und anhand des gesammelten Tatsachenmaterials auf die Dringlichkeit einer Beachtung der Biorythmen hinweist.

Vor 20 Jahren

28. September: Toggenburg. In der ganzen Region wurden die jährlichen Pferdeinspektionen durchgeführt. Freiberger oder Haflinger werden von der Schweizer Armee bevorzugt, ihre Grösse muss zwischen 1,44 und 1,60 Meter Stockmass betragen. In diesem Jahr werden mehr Pferde als sonst ausgemustert. Die Armeereform bringt eine Reduktion der Train-Einheiten mit sich, der Pferde-Bestand wird in nächster Zeit von 9500 Tieren auf rund 5500 reduziert. Damit werden einige Pferdebesitzer die jährlichen Halteprämien von 700 Franken verlieren. Zuchtstuten werden laut Auskunft von Oberleutnant Stefan Bärlocher (Bütschwil) zuerst ausgemustert, betroffene Bauern erhalten, um den Weiterbestand der Zucht zu garantieren, Entschädigungen für Grossvieh-Einheiten.

29. September: Lichtensteig. Die erste Hürde auf dem Weg in die St. Galler Regierung hat die 44jährige Juristin Rita Roos-Niedermann bravourös geschafft: Sie wurde von den Delegierten der CVP Neutoggenburg unter dem Vorsitz von Heinz Lehner einstimmig nominiert. Ihre verschiedenen Tätigkeiten in der Öffentlichkeit haben sie bewogen, ja zu sagen zu dieser Kandidatur, stellte sich Rita Roos vor. Einsetzen möchte sie sich für die Schwächeren, aber auch für die Frauen. Eine bessere Verbindung zwischen der «Entwicklungsregion» Toggenburg und St. Gallen schaffen zu können, sei ihr ein wichtiges Anliegen. Zu ihrer Einstellung betreffend Umfahrung Wattwil befragt, bekannte sie sich klar aus, dass sie sich nur für eine umwelt- und menschenwürdige Lösung einsetzen könne.

Vor 10 Jahren

26. September: Wattwil. Als «Plattform für wichtige Diskussionen» bezeichnete Präsident Hannes Deetlefs das zum achten Mal stattfindende Wirtschaftsforum Toggenburg einleitend. Diskutiert wurde zwar nicht, die Referenten hatten aber Wichtiges und Richtiges zum Thema «Innovation als Zukunftssicherung» zu sagen, und sie taten das vor den Politikern und Unternehmern mit einer wohltuenden Deutlichkeit. Im Rahmen des Wirtschaftsforums wurde der 2. Innovationspreis Toggenburg vergeben. Sechs eingereichte Ideen, drei nominierte Projekte, ein (aus)strahlender Sieger: «Klang-Welt Toggenburg». Alois Ebneter, Präsident von «KlangWelt Toggenburg», war sichtlich bewegt, als er – zusammen mit dem Geschäftsführer Stephan K. Haller – aus den Händen von Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller die Urkunde entgegennehmen durfte.

4. Oktober: Volleyball. Im ersten Nationalliga-A-Spiel mussten die Wattwilerinnen den Gang zum schwierigen Auswärtsspiel nach Aesch-Pfeffingen antreten. Das Spiel ging klar mit 3:0 an die Gastgeberinnen. Nächste Woche geht es wieder nach Basel zum RTV Basel.