LICHTENSTEIG: Steuerfuss bleibt unverändert

Die Bürgerversammlung vom Montagabend genehmigte die Rechnung 2016 und das Budget 2017 jeweils ohne Gegenstimmen. Die Ausgaben in der Sozialhilfe und der Pflegefinanzierung steigen.

Martin Knoepfel
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Der seit dem 1. Januar amtierende Gemeinderat von Lichtensteig mit (von links) Guido Ludescher, Susanna Weber-Gygax, Andreas Nef, Mathias Müller (Stadtpräsident), Petra Stump (Schulpräsidentin), Roland Walther, Martin Fricker und Reto Rudolf (Ratsschreiber). (Bild: Martin Knoepfel)

Der seit dem 1. Januar amtierende Gemeinderat von Lichtensteig mit (von links) Guido Ludescher, Susanna Weber-Gygax, Andreas Nef, Mathias Müller (Stadtpräsident), Petra Stump (Schulpräsidentin), Roland Walther, Martin Fricker und Reto Rudolf (Ratsschreiber). (Bild: Martin Knoepfel)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch

An der Bürgerversammlung von Lichtensteig waren keine Gutachten über Investitionsvorhaben zu behandeln. Dennoch kamen 127 Stimmberechtigte am Montagabend in die «Krone», zehn Prozent der 1275 Stimmbürger. Eingangs wies Stadtpräsident Mathias Müller erneut auf den Nachholbedarf bei Strassen, Plätzen und Wegen sowie bei Wasser- und Abwasserleitungen hin. Investitionen seien über Jahrzehnte aufgeschoben worden, sagte er. Man habe erst in die Hochbauten investiert. In den nächsten Jahren könne man Steuererhöhungen nicht ausschliessen, fügte er an.

Laut Mathias Müller ist die Nettoverschuldung im kantonalen Vergleich überdurchschnittlich, wobei sich im Finanzvermögen stille Reserven – im Oberstufenschulhaus rund 1,5 Millionen Franken – verbergen. Der Gemeinderat möchte vor allem jüngere Personen und Doppelverdienen anlocken, dank des speziellen Wohnraums in der Altstadt und des kulturellen Angebots.

Ein sehr wichtiges Geschäft sei die Wahl der neuen Schulleiterin gewesen, sagte die neue Schulpräsidentin Petra Stump. Sie präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage bei den Schulkindern. Toll finden diese unter anderem die Ski- und Sommerlager sowie die Lehrpersonen. Kritisiert wurde etwa das langsame Internet in der Schule. Sehr gut sei der Übergang zum Personalpool, sagte Petra Stump, da man so besser auf die schwankenden Schülerzahlen reagieren könne.

Defizit von knapp vier Steuerprozenten

In der Laufenden Rechnung 2016 ergab sich ein Defizit von 121 975 Franken bei Ausgaben von 10,32 Millionen Franken. Gegenüber dem Budget 2016 ist das eine Besserstellung um knapp 50 000 Franken. Sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben blieben letztes Jahr um rund 1,4 Millionen Franken gegenüber den budgetierten Werten zurück.

Mehrausgaben im Vergleich zum Budget gab es bei der Sozialhilfe sowie bei den Gesundheits- und den Pflegeausgaben. Das wird sich im laufenden Jahr nicht ändern. Einige Liegenschaften mit sehr billigen Wohnungen ziehen laut Mathias Müller Sozialhilfeempfänger an. Tiefere Ausgaben als erwartet resultierten vor allem bei den Posten Bürgerschaft und Verwaltung, bei der Öffentlichen Sicherheit, beim Verkehr und bei den Schul­geldern. Die Steuern sprudel­- ten reichlicher als erwartet. Ein Steuerprozent bringt rund 33 000 Franken ein.

Lichtensteig erhält mehr Geld aus Finanzausgleich

Fürs laufende Jahr bleibt der Steuerfuss bei 140 Prozent. Das beschlossen die Stimmbürger ohne Gegenstimmen. Bei Ausgaben von 11,33 und Einnahmen von 11,12 Millionen Franken ist in der Laufenden Rechnung ein Defizit von 20 900 Franken budgetiert, also ein praktisch ausgeglichenes Ergebnis. Die Ausgaben und die Einnahmen sollen dieses Jahr im Vergleich zu 2016 um je rund 10 Prozent steigen. Da mehr Jugendliche als bisher die Oberstufe besuchen, muss Lichtensteig der Schule Wattwil 83 700 Franken mehr Schulgelder bezahlen als letztes Jahr.

Bei der Verwaltung, im Bereich Kultur und Freizeit sowie im Verkehr sollen die Ausgaben sinken. Der Gemeinderat erwartet sodann in diesem Jahr höhere Einnahmen als im Budget 2016. Laut Mathias Müller wird Lichtensteig von der Neuregelung des kantonalen Finanzausgleichs profitieren. Das Plus gegenüber 2016 dürfte rund 310 000 Franken betragen. Die Einnahmenanteile an den kantonalen Steuern dürften auf dem erhöhten Niveau der Rechnung 2016 verharren.

Zu den wichtigeren Investitionsprojekten dieses Jahres ­zählen die Bahnhofstrasse, die Kalberhalle und eventuell die ­Erschliessung Steigrüti. Dazu kommen der Abschluss der Sanierung der Oberplattenstrasse und die Sicherung der Deponie Bohlwald.

In der Umfrage kritisierte ein Votant, dass es im Winter wegen Sand- und Splitmangels grossflächig vereiste Stellen auf Wegen gegeben habe. Mathias Müller antwortete, dass sich innert einer Stunde Glatteis bilden könne. Eine Votantin möchte, dass man eine Gesamtbetrachtung der gemeindeeigenen Gebäude vornimmt, wenn Immobilienspezialisten mit einer Analyse dieser Liegenschaften beauftragt werden. Mathias Müller betonte, dass die Gemeinde sich nichts vergebe, wenn vorerst drei Immobilien angeschaut würden.