Lichtensteig: Städtli mit Charme

Schon der Lütisburger Landschaftsmaler, Fotograf und Kupferstecher Johann Baptist Isenring sah ihn – den Charme des Städtli Lichtensteig. So malte er 1823 die Stadtansicht von der Thur aus, die sich bis zum heutigen Tag nicht verändert hat.

Urs M. Hemm
Drucken
Teilen
Lichtensteig, wie es Johann Baptist Isenring im Jahr 1823 sah. (Bild: Kantonsbibliothek Vadiana)

Lichtensteig, wie es Johann Baptist Isenring im Jahr 1823 sah. (Bild: Kantonsbibliothek Vadiana)

Schon der Lütisburger Landschaftsmaler, Fotograf und Kupferstecher Johann Baptist Isenring sah ihn – den Charme des Städtli Lichtensteig. So malte er 1823 die Stadtansicht von der Thur aus, die sich bis zum heutigen Tag nicht verändert hat.

Auszeichnung für Ortsbildpflege

Lichtensteig wird erstmals 1228 schriftlich erwähnt und zwar als «Burgum» – als befestigter Ort der Grafen von Toggenburg. Die Häuser in der Altstadt stammen vereinzelt aus dem 15. Jahrhundert, zur Hauptsache jedoch aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Wie eine Studie aus dem Jahr 1972 belegt, wurde seit jeher viel Wert auf die Erhaltung des Stadtbildes gelegt. So heisst es beispielsweise in einem Beitrag des Rapperswiler Kunsthistorikers Bernhard Anderes in dieser Studie: «Lichtensteig hat das Zeug in sich, ein Schmuckkästlein schweizerischer Stadtarchitektur zu werden. (…) Die talseitige Front des Städtchens besitzt eine bemerkenswerte Geschlossenheit, wenn auch hier in neuerer und neuester Zeit Eingriffe gemacht wurden. (…) Kosmetische Experimente sollen hier nur unter strenger Kontrolle des Denkmalpflegers durchgeführt werden.» Diesem Rat haben die Verantwortlichen wohl Folge geleistet, denn 1975 wurde Lichtensteig vom Europarat für «hervorragende Ortsbildpflege» ausgezeichnet.

Anziehungspunkt für Touristen

Im Zuge dieser Studie wurden unter anderem stereophotogrammetrische Aufnahmen (spezielles Messverfahren) aller wichtigen Fassaden gemacht. Ergänzt würden diese durch detaillierte Aufnahmen aller Bauwerke oder wichtiger Bauwerkteile von besonderem historischen Interesse. Eben diese Aufnahmen wie auch die Inventarisation von Innenräumen bildeten nach dem grossen Städtlibrand im Jahr 1984 die Grundlage, um die teils zerstörten Häuser wieder historisch korrekt aufzubauen.

Das historische Zentrum Lichtensteigs ist heute ein Anziehungspunkt für Touristen, die nicht zuletzt auch wegen Johann Baptist Isenrings Ansicht des Städtli hierher kommen.

Seit Isenrings Zeiten unverändert: Das Bild des «Städtlis» von der Thur her fotografiert. (Bild: Urs M. Hemm)

Seit Isenrings Zeiten unverändert: Das Bild des «Städtlis» von der Thur her fotografiert. (Bild: Urs M. Hemm)