LICHTENSTEIG: Mehr Unterstützung verdient

Der Verein Kultur Toggenburg führte am Dienstag seine Mitgliederversammlung durch. Der Vorstand zog Bilanz und fasste seine Ziele zusammen. Von den Gemeinden sind höhere Beiträge erwünscht.

Patricia Wichser
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Patricia Wichser

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Nach der sechsten Mitgliederversammlung im Lichtensteiger Rathaus zog es Vorstand und Mitglieder ins Toggenburger Museum an die Ausstellung «Z’Esse gits nur gsottes Gräs» der Kuratorin Christelle Wick. Eine latente Versinnbildlichung zur Arbeit des Vereins Kultur Toggenburg und den Kulturschaffenden. Denn lange war für Künstlerinnen und Künstler kein Brot zu verdienen im Toggenburg. Mit der zunehmenden Wertschätzung und Unterstützung stellte sich eine Trendwende ein. An der Mitgliederversammlung wurde dann die Zunahme der Gesuchsteller auch thematisiert. Christian Spoerlé, Präsident Kultur Toggenburg, machte auf das Dilemma aufmerksam. Die Entwicklung, dass die Kulturvielfalt und -menge zunimmt, ist sehr erfreulich und wertvoll. Ins Dilemma kommt der Verein, weil viele innovative, qualitativ hochstehende Projekte nicht in dem Umfang unterstützt werden können, wie sie es eigentlich verdient hätten. Der Verein Kultur Toggenburg konnte 2016 Projektbeiträge von 80000 Franken sprechen. Es wurden 50 Anfragen bewilligt und mit Geldern unterstützt. «Für den Einzelnen bleibt nicht viel», hielt Christian Spoerlé fest. Um die Situation zu verbessern, wird an der nächsten Sitzung der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) das Thema, die Gemeindebeiträge zu erhöhen, traktandiert. Geschäftsführer Daniel Blatter erläuterte Budget und Rechnung 2016. «Budget und Rechnung zeigen sich sehr ausgeglichen. Der Vorstand blieb mit der Beitragsvergabe im Rahmen», erklärte er. Der Verein wirft keine Riesengewinne ab. «Ziel ist nicht, riesige Rückstellungen zu machen, sondern das Geld soll für die Kultur da sein», machte Daniel Blatter deutlich. Im Budget 2017 wurde der Betrag des Kontos «Drittleistungen» angehoben. Dies aus der Situation der vergangenen Jahre, da bei den Leistungen an Dritte, das Aufwand-Ertrag-Verhältnis nicht stimmte.

Neues Vorstandsmitglied

Max Gmür, Schulratspräsident Mosnang, tritt aus dem Vorstand des Vereins Kultur Toggenburg zurück. Als Nachfolger wählte die Versammlung Gabriel Länzlinger, Mosnanger Gemeinderat aus Mühlrüti. Hervorgehoben wurde auch die gute Zusammenarbeit mit dem Kanton. An jeder Mitgliederversammlung ist auch immer eine Vertreterin des Amts für Kultur des Kantons St. Gallen anwesend. Normalerweise ist dies Ursula Badrutt, Leiterin Kulturförderung – am Dienstag wurde sie von Marina Pondini vertreten. Bei der allgemeinen Umfrage wurde noch rege über die Geldvergabe diskutiert – auch über die gebundenen Gelder für immer wiederkehrende Anlässe und die jungen, kulturellen Newcomer. Würde das Ziel 2017, dass mehr Geld von den Gemeinden fliesst, erreicht, könnte der kulturelle Hunger noch mehr gestillt werden.