LICHTENSTEIG: Mehr als eine Praxis

Am Ende der Hauptgasse bekommt ein Laden neues Leben. Die Komplementärtherapeutin Barbara Schmid eröffnet eine Praxis mit Kunst- und Kulturraum.

Michael Hug
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Barbara Schmid unter ihren Gästen bei der Eröffnung der «beAchtbar» am frühen Samstagabend. (Bild: Michael Hug)

Barbara Schmid unter ihren Gästen bei der Eröffnung der «beAchtbar» am frühen Samstagabend. (Bild: Michael Hug)

Sie soll künftig beachtet werden, die «beAchtbar» an der Hauptgasse 30 in Lichtensteig. Be­achtet werden kann hinter den Schaufenstern des ehemaligen Ladens Kunst aus der Region. Bilder, Skulpturen und dergleichen, ab und an auch eine Lesung oder ein Kammerkonzert. Barbara Schmid, die neue Mieterin des Lokals, zeigte am samstäglichen Feierabend, wie sie sich das vorstellt: Vorne gibt es Kunstwerke zu beachten, hinten spielt ein Quartett jazzige Rhythmen. Dazwischen eine lockere Runde mit illustren Gästen, Kunstliebhabern oder Musikfans, Nachbarn, Gewerblern, Freunden. Ein lockeres Stelldichein mit Musik und Häppchen am Feierabend.

Barbara Schmid sagt: «Ich bin vor zwei Jahren hier hergezogen und habe etwas für meine Shiatsu-Praxis gesucht. Da bin ich auf dieses leerstehende Lokal gestossen. Es ist etwas zu gross für die Praxis, aber dafür lässt es die Dinge zu, die ich mir für diesen Raum vorstellen kann.» Schmid wohnte vor dem Umzug seit ihrer Jugend in Zürich und hat dort seit 17 Jahren eine Praxis für Komplementärtherapie: «Diese Praxis gebe ich nicht auf, aber für das Wohnen wollte ich nach so vielen Jahren in der Stadt mal aufs Land.» Lichtensteig habe sie gewählt, weil sie das Toggenburg fast ebenso lang kenne, wie sie in Zürich wohnt: «Ich war jedes Jahr im Winter oder im Sommer in den Ferien hier. Ich habe jedes Jahr die Jazztage besucht.»

Zu beachten in der «beAchtbar»

Sie sei gut angekommen in Lichtensteig, meint die 57-Jährige, habe Freunde gewonnen und das Städtchen lieben gelernt. Stadtpräsident Mathias Müller begrüsst die Belebung der Hauptgasse: «Alles, was Leben bringt, ist gut!» Zu ihrer grossen Über­raschung hat Schmid sogar ihre eigenen Wurzeln in Lichtensteig entdeckt: «Meine Ur- und Grosseltern beiderseits stammen aus Lichtensteig. Mein Urgrossvater führte die UBS in Lichtensteig.» Und nicht nur das: «Das Himmelbett meiner Urgrossmutter steht im Toggenburger Museum.» All dies habe sie erst nach ihrem Zuzug erfahren. Ihr Umzug sei völlig unbedarft geschehen, «doch es schliesst sich jetzt unerwartet ein Kreis».

Den vorderen Teil des Lokals könne man für Anlässe mieten, sagt Barbara Schmid. Shiatsu-Therapien biete sie stets am Freitag an. Im nächsten Jahr gebe es dann die eine oder andere Kleinveranstaltung zu beachten in der «beAchtbar».