Lichtensteig hat seinen Preis

SPEERSPITZ Was für viele der Paradeplatz in Zürich ist, ist jetzt auch die Marktgasse in St. Gallen. Der «Place to be» oder besser «to have». Zumindest beim Monopoly-Spiel.

Sabine Schmid
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Sabine Schmid 18.12.2013 Bild: Urs Jaudas (Bild: Sabine Schmid)

Sabine Schmid 18.12.2013 Bild: Urs Jaudas (Bild: Sabine Schmid)

SPEERSPITZ

Was für viele der Paradeplatz in Zürich ist, ist jetzt auch die Marktgasse in St. Gallen. Der «Place to be» oder besser «to have». Zumindest beim Monopoly-Spiel. Seit neustem gibt es eine Ausgabe dieses Spieleklassikers speziell für den Kanton St. Gallen mit den entsprechenden Feldern zu kaufen.

Als Liebhaberin von Spielen und mit grosser Erfahrung als Monopoly-Pleitierin schaute ich mir das Spiel genauer an. Gibt es auch Toggenburger Felder im Angebot? Ich dachte in erster Linie an das Feld neben dem Start, das es für den geringsten Preis zu kaufen gibt. Wir sind ja das «Armenhaus des Kantons». Aber nein, das Feld ist mit Valens angeschrieben. Was wohl nicht ganz der Realität entspricht. Denn ich verbinde den Namen Valens mit der Klinik und dort hat eine Nacht ihren Preis. Gleichzusetzen mit dem Monopoly-Feld, inklusive Hotel.

Ein bisschen teurer, aber immer noch bei den billigen Orten sind Wattwil und Ebnat-Kappel zu finden. 100 000 in der Spielgeld-Währung kostet es, eines dieser Felder zu besitzen. Dort ein Hotel zu bauen, wird teuer. Ob es sich in der Nähe des Gefängnises auszahlt, lasse ich mal offen. Ich jedenfalls kann mich nicht daran erinnern, mit diesen hellblau gekennzeichneten Feldern das grosse Geld gemacht zu haben. Dafür braucht es andere Besitztümer. Bei uns waren stets die roten und die grünen ein Geheimtip. Und siehe da: Bei den roten ist Lichtensteig zu finden. Kostenpunkt: 220 000, also mehr als Wattwil und Ebnat-Kappel zusammen. Was diesen Mehrwert ausmacht, geht nicht hervor. Tragen die Hersteller des Spiels dem historischen Ortskern Rechnung? Oder haben sie sich erinnert, dass in Lichtensteig die Wiege der UBS liegt? Oder ist es schlicht Zufall?

Wie im realen Leben steht das Toggenburg auch im Spiel im Schatten grösserer Städte. Der Hof zu Wil und die Marktgasse in St. Gallen sind die teuersten Pflaster. Ob es sich lohnt, hier Geld zu investieren? Ich weiss es nicht. Zwar war ich spielehalber auch schon Besitzerin dieser Luxusplätze. Aber wie manch ein Spekulant in der Realität habe ich mich «überlupft». Die Folge davon war eine Pleite. Ob aus schlechter Spieltaktik oder aus Pech lasse ich mal offen. Nach jeder Runde Monopoly, die ich stets als erste bankrott verlassen muss, bleibt mir jeweils die Erkenntnis, dass Geld allein nicht glücklich macht. Und dies beschränkt sich nicht nur auf die Spielewelt.

@toggenburgmedien.ch