LICHTENSTEIG: Entfacht das Feuer der Revolution

Das Chössi-Theater feierte am Montagabend den Kick-off ihrer neuen Eigenproduktion «Oktober im Mai. Eine Revolutionskomödie». Die Premiere ist Ende Oktober, zum Auftakt schrieb das «Chössi» einen kreativen Wettbewerb zum Thema aus.

Michael Hug
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Elfriede Verbruggen, eine der Gewinnerinnen des Revolutionswettbewerbs des Chössi-Theaters. (Bilder: Michael Hug)

Elfriede Verbruggen, eine der Gewinnerinnen des Revolutionswettbewerbs des Chössi-Theaters. (Bilder: Michael Hug)

Am 25. Oktober dieses Jahres jährt sich die Oktoberrevolution, die Russland zur Sozialistischen Sowjetrepublik machte. Dies zu feiern mag hierzulande wenig Grund haben. Stoff für ein Theaterstück geben die damaligen politischen und sozialen Umwälzungen des grössten Landes im Osten allemal. Bei der Idee, die Oktoberrevolution zu thematisieren, spannen das Produzententeam Barbara Bucher/Michael Hasenfuss und das Chössi-Theater auch in diesem Jahr zusammen. Barbara Bucher war schon für etliche Eigenproduktionen des «Chössi» verantwortlich, zuletzt «Top Dogs» im Jahr 2016. Hasenfuss schrieb das Skript für die Zwingli-Reminiszenz «Huld und Schuld», die ebenfalls von Laiendarstellenden und unter der Regie von Bucher im «Dömli» Ebnat-Kappel 2016 aufgeführt wurde.

Russische Revolution als Komödie

Und nun also die russische Revolution als Komödie. Zum Auftakt der Eigenproduktion schrieb die Leitung des Theaters einen Gestaltungswettbewerb aus. Es sollten Bilder zum Thema geschaffen werden, auf denen als einzige Bedingung ein roter Stern zu sehen sein musste. 16 Arbeiten von Amateurkünstlern aus der Region wurden eingereicht. Eine Jury bewertete die Arbeiten, die drei besten wurden ausgezeichnet. Die Bilder sind nun bis zur letzten Vorstellung von «Oktober im Mai» am 28. Oktober im Restaurant des Chössi-Theaters ausgestellt.

Junger Toggenburger brennt durch

Die Proben zum Stück haben begonnen. Der offizielle Kick-off erfolgte anlässlich der Vernissage der Wettbewerbsbilder. Urban Kressibucher, «Chössi»-Präsident, sagte, dass 15 Laiendarstellende aus der weiteren Region, darunter Absolventen des Theaterfreifachs der Kantonsschule Wattwil, mit den Rollen betraut wurden. Es seien Schauspielende jeden Alters, einige seien in vergangenen Produktionen schon zu sehen gewesen, einige sind Neulinge. Im Stück ginge es um einen jungen Toggenburger, der mit einer ebenso jungen aristokratischen Russin nach Russland durchbrennt, um an der Seite Lenins für die russische Revolution zu kämpfen. Kressibucher: «Es ist eine Komödie mit fiktiver Handlung, gestützt auf reale Begebenheiten.» Der Plot sei eigens für diese Produktion geschrieben worden, darum sei die Premiere vom 25. Oktober eine Uraufführung. Als Partner für die rund 110 000 Franken kostende Produktion konnten die Clientis Bank Toggenburg sowie die «Wilden Weiber» gewonnen werden. Erstere wird das Budget mit einem namhaften Betrag unterstützen, so Kressibucher, «die wilden Weiber werden uns bei der Gastronomie unter die Arme greifen». Ausserdem sei vorgesehen, dass am Lichtensteiger «Langen Tisch» erste Szenen gezeigt werden. «Entfache das Feuer der Revolution», sagte Urban Kressibucher zum Geist, der die Produktion befeuern solle, «vielleicht eine Theaterrevolution im Toggenburg». Weitere Toggenburger Theaterschaffende machen mit: Sereina Kobelt, Regieassistenz, Fri Freydl, Bühnenbild, Michael Egger, Video und Stefan Baumann, Audiodesign. Damit wird «Oktober im Mai» eine echte Toggenburger Kulturrevolution.

Michael Hug

redaktion@toggenburgmedien.ch