LICHTENSTEIG: «Ein starkes Signal an den Kanton»

Der Förderverein Bildungsstandort Toggenburg traf sich am 19. Juni zu seiner vierten Mitgliederversammlung. Neben dem Campus Wattwil standen auch neue Themen im Mittelpunkt.

Sascha Erni
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Donat Ledergerber (Mitte) im Gespräch nach seiner Verabschiedung aus dem Vorstand. (Bild: Sascha Erni)

Donat Ledergerber (Mitte) im Gespräch nach seiner Verabschiedung aus dem Vorstand. (Bild: Sascha Erni)

Sascha Erni

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«Vor drei Jahren konnten wir ganze Säle füllen», eröffnete Mathias Müller, der Präsident des Fördervereins Bildungsstandort Toggenburg und Stadtpräsident Lichtensteigs, die Mitgliederversammlung. Dann lachte er. «Heute reicht ein Treffen im kleinen Kreis.» Tatsächlich war die Versammlung in der Taverne zur Krone Lichtensteig am letzten Montag schwach besucht. Das ursprüngliche Hauptanliegen des Vereins gilt für viele seit Mai als erledigt: Der Campus Wattwil hatte an der Urnenabstimmung die erste Hürde genommen («Toggenburger Tagblatt» vom 22. Mai).

«Das Toggenburg steht geschlossen hinter der Kanti und der Berufsschule», wie Müller in seinem Jahresbericht festhielt. Der Förderverein hatte im Vorfeld mit vielen Aktivitäten mitgeholfen, das Geschäft ins Trockene zu bringen. Die Hauptarbeit hätten aber die Vereine und besonders die Schule und die Politische Gemeinde Wattwil geleistet. Müller bedankte sich im Namen des Fördervereins insbesondere beim Schulratspräsidenten Norbert Stieger und dem Gemeindepräsidenten Alois Gunzenreiner. Der Campus bleibt aber im Fokus des Fördervereins. Zwar hatte das Wattwiler Stimmvolk der ersten Etappe mit einem überwältigenden Mehr von über 90 Prozent zugestimmt. «Das ist ein starkes Zeichen an den Kanton», sagte Müller. Aber das Geschäft wird in den nächsten zwei Jahren auch vors kantonale Stimmvolk kommen. Der Förderverein werde den Campus nun zurückhaltend weiter begleiten, so Müller. Auch, um sicherzustellen, dass das Projekt nicht auf Regierungsebene nach hinten geschoben werde. Man sei auch mit dem Verein Bildungscampus in engem Kontakt.

Einstimmigkeit im kleinen Kreis

Der Förderverein hatte an diesem Montag drei Rücktritte zu bedauern. Der Wattwiler Bruno Schlegel zieht ins Tessin um, die Bütschwiler Schulratspräsidentin Le Bich Näf will ihr Zeitbudget neu einteilen und der Kantonsrat Donat Ledergerber wird sich verstärkt seinen Aufgaben als Generalsekretär des Gesundheitsdepartements widmen. Die Mitgliederversammlung bestätigte einstimmig die Ersatzwahl von Markus Hänsli (Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg BWZ) und des Kantonsrats Christoph Thurnherr (ebenfalls BWZ). Auch die Jahresrechnung 2016, der Revisionsbericht sowie das Budget 2017 wurden einstimmig angenommen.

Der Förderverein Bildungsstandort Toggenburg wurde am 11. Juli 2013 gegründet und hat knapp 100 private und institutionelle Mitglieder. Bisher habe sich der Verein fast ausschliesslich auf die Berufs- und Kantonsschule fokussiert, nun könne er sich auf weitere zentrale Aspekte der Bildungspolitik im Toggenburg konzentrieren und diese aktiv bewirtschaften. Themen wie die Oberstufenentwicklung oder Sonderpädagogik seien wichtige Anliegen. Wie es Mathias Müller zusammenfasste: «Es geht schlussendlich nicht nur um den Bildungsstandort, von Primar- bis Mittelschule, sondern um Standortvorteile für das gesamte Toggenburg.»