LICHTENSTEIG: Drehscheibe der frühen Förderung

Der Verein Familienzentren Toggenburg lud am Samstag zur Auftaktveranstaltung für das geplante Zentrum in Lichtensteig ein. Ziel ist es aber, auch in anderen Gemeinden Familientreffs zu realisieren.
Martina Signer
Ganz viele Akteure rund um die frühe Förderung fanden sich zum Austausch im Oberstufenzentrum Lichtensteig ein. Stehend Moderator Andy Limacher. (Bilder: Martina Signer)

Ganz viele Akteure rund um die frühe Förderung fanden sich zum Austausch im Oberstufenzentrum Lichtensteig ein. Stehend Moderator Andy Limacher. (Bilder: Martina Signer)

Martina Signer

martina.signer@toggenburgmedien.ch

Die Eltern dort abzuholen, wo sie Hilfe brauchen, ist nicht immer einfach. Viele wissen nicht, wohin sie sich wenden müssen, oder sie trauen sich nicht, Angebote zu beanspruchen. Familienzentren sollen dem mit niederschwelligen Angeboten wie einem Familienkafi Abhilfe schaffen. «Dort kann man sich treffen, Kaffee trinken und sich über jegliche Probleme, die es in einer frisch ‹geborenen› Familie nun mal gibt, austauschen», sagte Sabina Ruff von der Abteilung Gemeinden und Netzwerke des Kantons St. Gallen am Samstag. Ob es nun um das Stillen, die Erziehung oder Babys geht, die nicht aufhören wollen zu schreien. Probleme würden in jeder Familie auftauchen und im Familienzentrum ist nicht nur Raum für Austausch, es kann auch direkt Hilfe in Anspruch genommen werden. Beispielsweise bei einer Mütter- und Väterberatung. Diese gab im Toggenburg den Ausschlag für ein solches Zentrum. Die drei Frauen der Mütter- und Väterberatung Toggenburg hatten schon länger die Vision, ein solches Zentrum auch im Toggenburg zu realisieren. Nun wird die Vision Wirklichkeit. Sabina Ruff hat schon einige Familienzentren in der Entstehung begleitet. So auch die Zentren in Grabs und Rapperswil-Jona, deren Verantwortliche Jeanette Mösli Koch (Grabs) und Claudia Taverna (Rapperswil-Jona) ebenfalls anwesend waren. Sie gaben den zahlreich erschienenen Akteuren rund um die frühe Förderung sowie anderen Interessierten, die sich im Oberstufenzentrum Lichtensteig versammelt hatten, Einblick in ihre Projekte.

In Lichtensteig mit offenen Armen empfangen worden

Peter Bünzli ist Präsident des im November gegründeten Vereins Familienzentren Toggenburg. Der Verein plant, im Herbst ein Familienzentrum in den Räumlichkeiten der früheren UBS in Lichtensteig zu eröffnen. Das Toggenburger Tagblatt berichtete am 22. April ausführlich über die Ziele eines solchen Zentrums. Diesen Samstag ging es darum, die verschiedenen Akteure ins Boot zu holen, ihre Ideen mitzunehmen und Fragen zu beantworten. Ursprünglich war man, so erläuterte Peter Bünzli, im Gespräch mit der Gemeinde um die Räumlichkeiten, in denen die Auftaktveranstaltung vom Samstag stattfand. Diese wären aber erst 2019 frei geworden und der Zug des Vereins Familienzentren Toggenburg nahm schnell so viel Fahrt auf, dass man die Suche nach anderen Räumlichkeiten aufnehmen musste. «Die Unterstützung, die wir dabei von der Gemeinde erhalten haben, war gross. Wir wurden mit offenen Armen empfangen», sagte Bünzli.

Die ehemalige UBS befindet sich im Besitz der Gemeinde, und Stadtpräsident Mathias Müller, selbst junger Vater, ist überzeugt, dass es Familienzentren braucht. «Ich glaube fest an den Erfolg des Familienzentrums», sagte er einleitend. Der Gemeinde sei es wichtig, solche Projekte zu unterstützen, und die Räume im ehemaligen Bankgebäude würden sicher eine gute Startbasis bilden. «Wie es sich dann weiterentwickelt, hängt auch von der Bevölkerung ab.»

Laut Andy Limacher von «ProjektForum», der den Anlass vom Samstag moderierte, ist es wichtig, dass die Bevölkerung ein solches Zentrum mitträgt. «Es haben sich heute schon einige bereit erklärt mitzuwirken». Sei dies auf strategischer, operativer oder finanzieller Basis.

Nähe zu den Familien ist ein wichtiger Faktor

Die Ideen, die in Gruppen gesammelt wurden, waren zahlreich und gingen von Vorschlägen für die Öffnungszeiten bis zu konkreten Wünschen nach Kursen oder Bastelnachmittagen. Die Vernetzung verschiedener Angebote schien den Anwesenden ebenfalls ein Anliegen zu sein. Ausserdem wünschen sie sich, dass auch die Väter eingebunden werden und die Kinder einen Treffpunkt haben, wo sie miteinander spielen können, während die Eltern einander kennen lernen, Schwellenängste abbauen und schnell Hilfe finden. Ein Ort, wo sie mit Sorgen und Problemen Lösungen und Ansprechpartner finden.

Für Peter Bünzli war es zudem wichtig zu erwähnen, dass das Familienzentrum in Lichtensteig keine Konkurrenz zu anderen Zentren oder Treffs dieser Art werden soll. «Im Gegenteil. Die Nähe zu den Familien ist uns wichtig. Es ist deshalb wünschenswert, dass auch in den anderen Toggenburger Gemeinden Familientreffs entstehen und bestehen bleiben.»

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