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LICHTENSTEIG: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Pornografie: Italiener muss das Land verlassen

Das Kreisgericht Toggenburg hatte kein Gehör für die Sicht des Angeklagten: Der Dieb muss drei Jahre ins Gefängnis und darf fünf Jahre nicht mehr in die Schweiz einreisen.
Martin Knoepfel
Drei Jahre muss der 39-jährige Italiener ins Gefängnis. (Symbolbild: Ralph Ribi)

Drei Jahre muss der 39-jährige Italiener ins Gefängnis. (Symbolbild: Ralph Ribi)

Am vergangenen Dienstagnachmittag musste sich ein in der Schweiz lebender 39-jähriger Italiener vor dem Kreisgericht Toggenburg in Lichtensteig verantworten. Die Anklage lautete auf Diebstahl, gewerbsmässigen Diebstahl sowie auf Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, versuchter Hausfriedensbruch und Pornografie, wobei die letzten vier Delikte mehrfach begangen wurden.

Gericht folgt weitgehend dem Staatsanwalt

Das Kreisgericht Toggenburg folgte bei der Schuldfrage in allen sechs Punkten dem Staatsanwalt. Bei der Strafe blieb es mit drei Jahren Gefängnis ein Jahr unter dem Antrag des Anklägers. Die Untersuchungshaft von 163 Tagen wird angerechnet. Weiter verhängte das Gericht, wie vom Staatsanwalt beantragt, eine unbedingte Geldstrafe von 60 mal 30 Franken gegen den Italiener. Die Gefängnisstrafe ist ein Zusatz zu einer Strafe aus dem Jahr 2012, die der Angeklagte in Appenzell Ausserrhoden erhalten und teilweise abgesessen hat.

Das Gericht folgte dem Staatsanwalt auch bei der Landesverweisung. Sie soll fünf Jahre dauern, dies entspricht dem Minimum gemäss Artikel 66 Strafgesetzbuch. Dieser Artikel regelt die Umsetzung der Ausschaffungsinitiative auf Gesetzesstufe. Hingegen verzichtete das Kreisgericht darauf, den Angeklagten, der in der Schweiz aufgewachsen ist, im Schengen-Informations-System ausschreiben zu lassen.

Teil der Zivilklagen wurde geschützt

Der Angeklagte soll zudem die Verfahrenskosten in der Höhe von gut 37'000 Franken tragen. Allerdings lebte er vor seiner Verhaftung von RAV-Geldern und von der Sozialhilfe. Das Gericht schützte auch Zivilklagen verschiedener Opfer der Diebstähle. In Kirchberg und in Lütisburg suchte der Angeklagte ein Wohnhaus respektive einen Gewerbebetrieb je fünfmal heim und stahl für 12'000 und 11'000 Franken (Sachschaden inbegriffen). Im Mattwil im Kanton Thurgau waren es in einem Wohn- und Geschäftshaus 10'000 Franken.

Der Verteidiger konnte am vergangenen Donnerstag noch nicht sagen, ob sein Mandant Berufung beim Kantonsgericht einlegen wird. Es sei alles offen, sagte er gegenüber dem «Toggenburger Tagblatt». Der Anwalt hatte auf maximal zehn Monate Gefängnis und auf eine Entschädigung für die Überhaft plädiert. Der Angeklagte ist seit seiner Verhaftung im Dezember 2016 im Gefängnis (Untersuchungshaft und vorzeitiger Strafvollzug). Von einer Landesverweisung hatte der Anwalt nichts wissen wollen.

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