Licht ins Dunkel bringen

Die Tage werden kürzer und wir nähern uns der Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres. Die Vereinigung der aktiven Heilpraktiker AR, VAHAR, geht davon aus, dass die Welt auch nach dem 21. Dezember 2012 weiterbestehen wird, Maya-Kalender hin oder her.

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Die Tage werden kürzer und wir nähern uns der Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres. Die Vereinigung der aktiven Heilpraktiker AR, VAHAR, geht davon aus, dass die Welt auch nach dem 21. Dezember 2012 weiterbestehen wird, Maya-Kalender hin oder her. Und wir freuen uns, dass dann täglich ein paar Minuten Licht und Sonne dazukommen. Manche Menschen aber fühlen sich in dieser Zeit regelmässig unwohl, beklagen sich über mangelnde Energie und fühlen sich niedergeschlagen oder gar traurig. Es fehlt an Wärme und an Licht. Wenn sich dieser Zustand übermässig steigert, spricht man im Fachjargon von SAD, saisonal abhängiger Depression. Glücklich wird, wer es sich leisten kann, in dieser Jahreszeit in den Süden zu verreisen oder gar über den Äquator hinaus. Für die Daheimgebliebenen bietet die Naturapotheke eine ideale Pflanze an, das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Aus der Kräuterheilkunde ist seit langem bekannt, dass seine Wirkung stimmungsaufhellend und angstlösend ist. Interessanterweise ist die Blütezeit dieser Pflanze um Johanni (24. Juni), also genau im Höhepunkt des Lichteinfalls. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Ein weiterer Hinweis auf die Verbindung zum Licht ist die photosensibilisierende Wirkung von Hypericum, d. h., während der Einnahme reagieren einzelne Menschen mit Überempfindlichkeit der Haut auf Sonnenlicht. Man kennt dieses Phänomen von Weidetieren, welche zu viel Johanniskraut gekaut hatten und danach einen Sonnenbrand bekamen. Beim Menschen tritt diese Nebenwirkung allerdings sehr selten auf. Die naturbelassene Einnahmeform von Hypericum sind der Tee, das Öl oder die Tinktur aus den frisch zerriebenen Blüten. 1–2 Teelöffel des Krautes werden mit heissem Wasser übergossen und 5–10 Minuten stehengelassen, nach Bedarf mit Honig süssen. Von der Tinktur sind 20–30 Tropfen dreimal täglich in etwas Wasser einzunehmen, bei Notfällen alle halbe Stunde 5 Tropfen. Die volle Wirkung entfaltet sich erst nach 2–3 Wochen regelmässiger Einnahme. Es sind auch Fertigpräparate mit Johanniskraut erhältlich, z. B. Tabletten oder Kapseln.

Gregor Schraner, Herisau

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